Sounddesign mit Speakerphone

Sounddesign: geniale Effekt-Werkstatt für den Computer

Ich liebe Firmen, die akribisch und sorgfältig arbeiten, denen ihre Kunden am Herz liegen und denen durchdachte, gute Produkte wichtig sind. Im Zeitalter von Big Profit ist das keine Selbstverständlichkeit. Die kleine niederländische Softwarefirma Audio Ease aus Utrecht, ist so eine Firma. Sie beschränken sich dort auf wenige Produkte. Ihr Hall-Plug-in Altiverb ist in Tontechniker– und Musikerkreisen schon seit Jahren sehr, sehr geschätzt.

Sounddesign mit Speakerphone 4

Ein beliebter Soundeffekt bei Musikern: die Telefon- oder Megafonstimme

Aber Halt! Was ist so ein Plug-in? Im Prinzip ist das ein Computerprogramm, das man virtuell in eine Digital-Audio-Work-Station oder einen Audio-Editor einstöpselt. Sie laufen nicht selbsttätig, sondern benötigen den Wirt wie der Floh den Hund. Dann bilden sie eine kreative Symbiose. Eine DAW (Digital-Audio-Work-Station) ist ein virtuelles Tonstudio, in dem man mehrere Spuren mischen und mit Effekten versehen kann. Ein Audio-Editor ist zum Bearbeiten der Daten von einzelnen oder wenigen Spuren da. Bekannt sind Cubase, Logic, Protools oder Samplitude als DAWs oder Wavelab als Editor. Sie benutzen virtuelle Steckbuchsen für virtuelle Effektgeräte. Dabei werden hauptsächlich die Formate VST und RTAS verwendet. Die neueste Version arbeitet aber auch einwandfrei als Avid Audio Extensions (AAX) und unter 64 bit.

Kreatives Plug-in für das Sounddesign

Das Plug-In „Speakerphone“ (in der Version 2) von Audio Ease, das ich vorstellen möchte, ist für beide Formate geeignet und arbeitet sowohl auf dem Mac als auch auf Windowsrechnern. Es arbeitet sogar problemlos mit meiner 15 Jahre alten DAW! Aber was macht es genau? Es simuliert Kommunikations- und Abspielgeräte, aus denen Töne herauskommen und deren Umgebungen, täuschend genau. Wohlgemerkt, es ist alles virtuell und braucht keinen großen Aufbau wie in den Hörspielstudios des WDRs. Ich kann Stimmen und andere Quellen so verfremden, dass sie klingen wie aus dem Fernseher in der Ecke. Und wenn ich will, kann ich einen „Cover“-Effekt hinzufügen, das klingt dann zum Beispiel so, als würde ich den Fernseher unter der Bettdecke hören.

Telefonklang und Megaphonsound auf Knopfdruck

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Mit der Software „Speakerphone“ ist Sounddesign ein Kinderspiel

Ein beliebter Soundeffekt bei Musikern ist die Telefon- oder Megafonstimme. Eine leichte Übung für „Speakerphone“, das jede Menge Telefone – alte wie neue – als Effekt zur Verfügung stellt. Und die Umgebung für das Megafon kann man sich auch aussuchen. Ist es eine Demo auf der Straße mit den üblichen Hintergrundgeräuschen oder eine Durchsage auf einem Flughafen oder in einer Eislaufarena? Roboter- und Science-Fiction-Sounds sind auch an Bord. Blitzschnell hat man die sauber rausgearbeiteten Effekte als Presets (Voreinstellungen) gewählt. Damit muss man sich aber nicht zufriedengeben. Man kann diese beliebig sowie en détail manipulieren und wiederum als eigene Presets abspeichern. Die lassen sich dann ebenso beliebig wieder aufrufen.

Soundbeispiele

Einige beispielhafte Soundbeispiele erklären mehr als jede ausschweifende Beschreibungen:

Benutzeroberfläche

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Die Benutzeroberfläche ist selbsterläuternd

Die Benutzeroberfläche ist selbsterläuternd und kinderleicht zu verstehen. Eine übersichtliche englischsprachige Bedienungsanleitung lässt sich kostenlos herunterladen. Das Sounddesign-Programm ist über den Musikhandel zu beziehen und kostet rund 420,00 Euro, die jeden Cent Wert sind, denn es ist durchdacht und detailgetreu, ja detailversessen ausgearbeitet. In dem Plug-in steckt eine einfache, geniale Idee und sehr viel minuziöse Arbeit. Es ist, wenn man ein schnelles (latenzarmes) Interface verwendet, natürlich auch für Live-Effekte geignet, aber natürlich ebenso für die Post-Production von Videos oder Hörspielen. „Speakerphone“ ist ein praktisches Werkzeug, das Kreativität freisetzt, Routine ersetzt und Spaß in der alltäglichen Arbeit macht. Zum Freischalten benötigt es einen iLok-USB-Stick für die Lizenzen. Das wiederum hat den Vorteil, dass man das Plug-in an mehreren Arbeitsplätzen installieren und den iLok einfach zum Aktivieren mitnehmen kann.