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#AlarmstufeRot – Tom Koperek über die Großdemonstration der Eventbranche

Fakt ist: Seit Ende März sieht es verdammt schwarz für die Veranstaltungsbranche aus. Fakt ist auch: Es muss sich JETZT etwas ändern, damit es in den kommenden Monaten nicht noch schwärzer aussieht. Über diese Tatsache war sich Tom Koperek, Gründer der LK-AG, schon sehr früh bewusst. Als die meisten Ende März noch gar nicht ahnten, was COVID-19 tatsächlich anrichten würde, schlugen seine inneren Sirenen bereits Alarm. Und er nahm diese Warnsignale nicht tatenlos hin, sondern ergriff die Initiative, eine bundesweite Protest-Bewegung in Gang zu setzen, die ihr unter dem Namen #AlarmstufeRot kennt. Diese gipfelt nun am 9. September um 12.05 Uhr in einer Großdemonstration der Eventbranche in Berlin. Wir haben mit dem Initiator über seine Beweggründe, Hintergrundinfos zur Demo und auch über kritische Stimmen gesprochen.

Kurzausflug in Tom Kopereks Hintergrundgeschichte

Tom Koperek ist nicht nur ein Macher. Er ist ein Macher mit unternehmerischem Denken. Bereits mit 15 Jahren sammelte er gemeinsam mit einem Freund seine ersten Erfahrungen in der Eventbranche – und zwar als Anbieter einer mobilen Disco. „Das war 1983. Wir waren in dem Bereich damals echte Pioniere. Drei Jahre später habe ich mich dann selbstständig gemacht“, erzählt er. Die Eventbranche sollte sein Zuhause bleiben. Nach Ende seiner Ausbildung in einer Anwaltskanzlei war er zunächst als Stagehand und Lichttechniker tätig, dann einige Jahre als technischer Tourleiter. 1993 legte er mit der Gründung der Koperek & Robusch GbR den Meilenstein für das heute renommierte Unternehmen LK-AG. Vom Technikanbieter mit Planungsbüro zum 360°-Anbieter für alle Bereiche der Live- und Markenkommunikation – als solches ist sein Unternehmen heute bundesweit bekannt.

Politisches Engagement für die Veranstaltungsbranche

#AlarmstufeRot Großdemo Eventbranche

#AlarmstufeRot fordert die Regierung zu einem Rettungsdialog mit der Eventbranche auf.

Dass Tom Koperek einen Expertenstatus in der Branche hat, steht für uns außer Frage. Eine politische Vorgeschichte hat der Unternehmer jedoch nicht. Umso bemerkenswerter ist es für uns, mit wie viel Engagement und Biss er sich nun schon seit Monaten politisch für die Veranstaltungswirtschaft einsetzt. „Ich habe die Existenzbedrohung unserer Branche schon sehr früh gewittert und war von Anfang an der Meinung, dass es andere Wege geben muss, als einfach nur den Stecker zu ziehen und einen der wichtigsten deutschen Wirtschaftszweige über Monate hinweg lahmzulegen“, so Tom Koperek „Wenngleich der Lock-Down enorm in unsere Persönlichkeitsrechte eingriff, spreche ich mich nicht pauschal gegen die Maßnahmen aus. Sondern dagegen, dass sich die Maßnahmen leider völlig undifferenziert gestalten. Das wollen wir mit der Aktion #AlarmstufeRot verändern.“

Schritt 1: Die Community aufbauen und definieren

Mit der Auftakt-Aktion „Night of Light“ in der Nacht vom 22. auf den 23. Juni unternahm Tom Koperek den ersten Schritt in diese Richtung. „Unser erstes Ziel war es, sämtliche Akteure der Branche zusammenzutrommeln und zunächst eine Community aufzubauen – und diese vor allem zu definieren“, so der Unternehmer.

Denn wir alle haben folgenden Satz oft gelesen und gehört: „Die Eventbranche leidet unter der Corona-Pandemie.“ Ein Satz, der die Situation nicht nur völlig verharmlost, sondern der auch eine zentrale Frage aufwirft. Wer ist die Eventbranche überhaupt? „Das ist zum Beispiel der kleine Deko-Service ohne lokales Geschäft, der davon lebt, auf Familienfeiern für ein schönes Ambiente zu sorgen. Oder die Cover-Band, die neben privaten Anlässen auch auf Firmenfeiern auftritt. Es ist aber auch die große, etablierte Veranstaltungsagentur, die international Events organisiert. Kurz gesagt: Hinter dem großen Wort ‚Eventbranche‘ stecken viele individuelle Existenzen. Die meisten kennen selbst in der eigenen Familie oder im Freundeskreis Menschen, deren Einkommen von diesem Wirtschaftszweig abhängt“, sagt der Unternehmer.

Schritt 2: Gemeinsam eine Protest-Bewegung starten

Night of Light AlarmstufeRot memo-media

Auch das Gebäude von memo-media erstrahlte in der „Night of Light“ in rotem Licht.

Die „Night of Light“ erwies sich als voller Erfolg. Rund 8.000 Firmen, wie Locations, Event-Agenturen, Messeveranstalter, Caterer, Technikdienstleister, Dekoservices und auch Einzelunternehmer, ließen ihre Gebäude in rotem Licht erstrahlen, um auf die Notlage aufmerksam zu machen. „In dieser Nacht hat unsere Branche ihre erste Protestkundgebung bereits auf elegante Weise abgehalten“, so Tom Koperek. Doch es ist eine weitere, lautere Aktion notwendig, um endlich in den längst überfälligen Rettungsdialog mit der Regierung zu kommen. Denn genau das ist das zentrale Ziel von #AlarmstufeRot.

Schritt 3: Auf Forderungen eingehen und Lösungen entwickeln

Mit #AlarmstufeRot, der Großdemonstration der Eventbranche am 9. September um 12.05 Uhr in Berlin, soll die Regierung dazu bewegt werden, auf die gestellten Forderungen einzugehen und gemeinsam mit der Branche Lösungen zu entwickeln. Denn genau hier sieht Tom Koperek einen ausschlaggebenden Mangelzustand: „Es ist für mich nicht nachvollziehbar, dass es beispielsweise für die Touristik einen Beauftragten in der Regierung gibt, der sich explizit mit den Belangen dieses Bereichs auseinandersetzt. Aber für einen der größten deutschen Wirtschaftszweige, also unserer Veranstaltungsbranche, gibt es keinen Verantwortlichen.“ Neben einem Überbrückungs- und Kreditprogramm, steuerlichem Verlustrücktrag, einer Flexibilisierung der Kurzarbeiterregelungen und einem EU-Beihilferahmen ist ihm die sechste Forderung, der Rettungsdialog, daher am wichtigsten.

Die Initiative #AlarmstufeRot ist ein multipler Prozess

Genau genommen laufen diese drei Schritte nicht chronologisch ab. Sondern es sind Handlungsstränge, die sich parallel abspielen und gegenseitig bedingen. So hat Tom Koperek bereits in den vergangenen Wochen mit vielen Verbänden und Experten (auch aus anderen Branchen) gesprochen, um die Lösungsentwicklung schon jetzt anzustoßen. Dabei sind nicht nur die konkreten Forderungen, sondern auch eine angemessene Argumentationsgrundlage entstanden, die für die Diskussion mit der Regierung unabdingbar ist. „Die gesamte Initiative ist ein multipler Prozess, der viel Kommunikation erfordert“, so der Unternehmer.

Hygiene- und Sicherheitskonzept für #AlarmstufeRot

Natürlich gibt es – wie immer – auch die Kritiker, die der Großdemonstration aufgrund eines möglichen Ansteckungsrisikos skeptisch gegenüberstehen. Vorab: Es geht den Initiatoren nicht um einen Protest gegen die vorherrschenden Maßnahmen, sondern um eine Sensibilisierung für die Notlage der Veranstaltungswirtschaft. Daher nehmen die Organisatoren die Vorschriften und Hygieneregeln selbstverständlich enorm ernst. Es wird während der gesamten Demonstration eine Schar an Ordnungshütern eingesetzt, die darauf achtet, dass sich alle Teilnehmer an die Regeln halten: mindestens 1,5 Meter Abstand und eine Mund-Nase-Bedeckung.

Tom Kopereks Vertrauen in ein verantwortungsbewusstes Verhalten der Teilnehmer basiert nicht nur auf seiner Menschen- und Branchenkenntnis, sondern auch auf Erfahrungswerten aus kleineren Demonstrationen. „Seit Mitte August protestieren bereits in verschiedenen Bundesländern kleinere Gruppen jeden Mittwoch um 12.05 Uhr im Rahmen unserer Aktion #AlarmstufeRot. Die Erfahrung zeigt ausnahmslos, dass sich die Akteure unserer Branche rücksichtsvoll und vorbildlich verhalten. Viele haben sogar mehrere Masken dabei, um anderen auszuhelfen, falls mal jemand aus Versehen seine Maske vergessen oder verloren haben sollte“, weiß der Initiator.

5.000+ Teilnehmer in Berlin

Die Demonstration am 9. September wird über zwei Routen ablaufen: eine Laufroute mit Start am Alexanderplatz und eine LKW- und KFZ Route mit Start am Olympischen Platz. Beide enden am Brandenburger Tor. Die Teilnehmer der Laufroute werden auf dem Weg dorthin am Reichstag symbolisch ihr letztes Hemd ablegen. Auf unsere Frage, mit wie vielen Teilnehmern die Organisatoren rechnen, kann Tom Koperek keine verbindliche Auskunft geben: „Da es für Demos keine Anmeldepflicht gibt, ist es für uns schwer einzuschätzen, wie viele Menschen tatsächlich vor Ort sein werden. Wir hoffen, dass 5.000+ Teilnehmer die Aktion unterstützen werden. Je mehr Betroffene sich zeigen, desto größer ist die Chance für überlebensrettende Veränderungen.“

Die Visionen für die Zukunft unserer Branche

Abschließend haben wir mit Tom Koperek noch einen Blick in die Zukunft geworfen. Denn bei all der Existenzangst ist es umso wichtiger, sich die positiven Veränderungsmöglichkeiten vor Augen zu führen. Für den Unternehmer sind seine Visionen glasklar: „Für die nahe Zukunft habe ich gezielte Wirtschaftshilfen im Blick, die das Überleben der Branche sichern. Langfristig ist es meine Vision, durch die aktuelle Situation einen regelmäßigen Austausch zwischen der Regierung und der Veranstaltungsbranche mittels eines offiziell Beauftragten zu etablieren. Und natürlich wünsche ich mir, dass wir alle gestärkt aus der Krise herausgehen, von dem Innovationsschub durch die erzwungenen Veränderungen profitieren und mit diesem Wissen in Zukunft schneller, effektiver und besonnener auf ähnliche Herausforderungen reagieren können.“

Wir fiebern bereits jetzt mit den Initiatoren mit und hoffen, dass sich möglichst viele Menschen für die Großdemo #AlarmstufeRot stark machen werden. Vielen Dank, Tom Koperek, für das spannende und aufschlussreiche Gespräch.

DEIN ENGAGEMENT ZÄHLT!

Unser memo-media-Team will die Aktion #AlarmstufeRot am 9. September in Berlin aktiv unterstützen. Bist auch du dabei? Lass es uns anonym über die folgende Mini-Umfrage wissen, um die voraussichtliche Teilnehmerzahl aus unserem Netzwerk besser abschätzen zu können. Wenn du an weiteren geplanten Aktionen teilnehmen möchtest, kannst du uns das auch an dieser Stelle wissen lassen:

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Spenden

Da die gesamte Aktion mehr Budget erfordert, als die Organisatoren aus Eigenmitteln stemmen können, bitten diese um eine Unterstützung in Form einer Spende. Alle eingehenden Spendenmittel werden ausschließlich zweckgebunden (u. a. für eine Bühne, Technik, Stromaggregate, WCs) eingesetzt: alarmstuferot.org/spenden




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