Wortfront - Wiener Melancholie

Wortfront - Wiener  Melancholie
Lieder von Wortfront sind nicht nur Lieder. Sie sind Momentaufnahme, Milieustudie und Mahnung in einem. Es geht sarkastisch zur Sache und oft verdichtet sich ein Song zur blitzenden Satire, doch es  macht  stets  ein hübsches  Geräusch,  wenn  bei Wortfront  Tabus  brechen  –  weil  neben  allem skurrilen  und  bitterbösen Humor  immer  genug  Platz  für  zärtliche  Botschaften  bleibt,  die  direkt  ins Herz treffen.  
 
Liebevoll und schonungslos zugleich umhüllt Musik die Texte: Da reißt ein raues Schlagzeug wütend das Tempo an sich, dort geht ein dumpfer Basslauf direkt unter die Haut – und über allem schwingt stets  die  Magie  der  Streicher,  die  mal  mit  süßem  Schmelz,  mal  mit  kratziger  Attitüde  die Arrangements nach vorne treiben. Die verblüffende Klangwirkung der klassischen Streicher  im Zusammenspiel mit durchaus popigen, manchmal  sogar  richtiggehend rockigen  Musik  liefert  sich  ein  spannendes  Match  mit  den  furios gereimten Texten.   Man  ist nie ganz sicher, ob man den Texten oder der Musik den Vorzug geben sollte: Das  ist die einzigartige Kraft von Wortfront. Die Künstler gehen davon aus, dass man einem Publikum mehr zumuten kann – und es funktioniert!
 
Auch die Vielseitigkeit überrascht: Da schmiegt sich ein vorlauter Popsong an ein Lied mit fröhlicher Tango-Noblesse, da folgt eine handgemachte Rocknummer auf einen Song mit  chanson-esker Attitüde, da brennt sich ein salsaesker Sommerhit direkt in die Gehörgänge, da weckt eine zärtliche
Ballade mit schwermütigem Text tiefe Sehnsüchte.
 
Die Texte sind wie gewohnt bissig, grandios gereimt, witzig und bei alledem  immer  leicht von der typischen Wiener  Melancholie  umweht. 
Sie  sprechen  mit  einem  Augenzwinkern  von  der  „neuen Ehrlichkeit:  „Zu  viel Charme  ist  nur  beschwerlich“,  nur  um  gleich  darauf mit  zu Herzen  gehender Liebe das Down-Syndrom „Sommerkind“ zu besingen „Und wenn es regnet, es regnet an Dir vorbei“. Der  „Klofrau vom Hauptklo  im Kanzleramt“  ist das alles ziemlich gleichgültig, denn  „wir glauben an Ideale, sie glaubt nur an Sauberkeit“.  

Nicht  nur  der Gegenwart  schlägt Wortfront  eine  erhellende  Bresche,  auch  die  Zukunft wird  frech besungen, zum Bespiel, wenn Roger Stein sich als Rentner imaginiert und gesteht: „Dann bin ich ein alter Sack und fasle nur von gestern und starre auf die Beine von jungen Krankenschwestern“, und am  Ende  der  Show  wird  bitterböse  dazu  aufgefordert  „Stirb,  bevor’s  zu  spät  ist“  –  weil  man heutzutage einfach besser selektieren muss. Wortfront trifft schmerzhaft und mit Leichtigkeit auf den Punkt: Das Leben bleibt im Grunde ein Triumph der Möglichkeit.  

Die  fünf Musiker  stellen mit  diesem Programm Songs  vor,  die  es  in  dieser Kraft, in dieser Virtuosität kein zweites Mal gibt.  
                                                                                           

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