Herrlich anders!

Herrlich anders!
Die Römer mochten die Burleske. Neueste Funde am Nil weisen darauf hin, dass die Pharaonen in ihren Palästen auch nicht gerade prüde waren. Bei Shakespeare schlüpften die Jungs in Frauenkleider. Julia musste sich also damals gut rasieren. In der Wiege der Demokratie, der griechischen Antike, schwärmte man von androgynen Knaben und Hermaphroditen. Das Zweideutige gehörte lange Zeit zur Menschheits- und Kulturgeschichte. Dann war eine lange Sendepause. Dame Edna Everage war die Pionierin in der englischsprachigen Welt. Im Deutschland der achtziger Jahre leisteten Mary und Gordy öffentlich-rechtliche Pionierarbeit und machten Travestie sendefähig.
Das herrlich Verruchte und das raffiniert Mehrdeutige sind derweil aber nicht abhandengekommen. Ob im Kleinkunsthaus, Varieté, Vaudeville, Schauspielhaus - oder gar beim ESC mit seinen vielen Millionen Zuschauern, diese anderen KünstlerInnen haben ihr Show-zu-Hause gefunden. Diversität ist nicht mehr nur ein Minderheitenproblem, sondern mit einer wahnsinnigen Lebensfreude im kulturellen „Mainstream“ angekommen. Und das ist gut so. Dame Edna Everage darf sich getrost zurückziehen: „Goodbye, Possums!“

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