12.07.2017

Wettbewerbsfähig durch Riggingspezifische Weiterbildung

Wettbewerbsfähig durch Riggingspezifische Weiterbildung Interviewpartner Cumhur Amrag ist seit mehr als 20 Jahren verantwortlich und als selbständiger Unternehmer sowie freiberuflicher Fachdozent aktiv in der Planung und Durchführung von Riggingtätigkeiten, VPLT-Vorstandsmitglied und Mitglied der Erstelle

Von novellierten SQQ2 Qualitätsstandards und höherem Verantwortungsbewusstsein beim Rigging. Mit Interviewpartner Cumhur Amrag werden die aktuellen Anforderungen und Weiterbildungsmöglichkeiten transparent. Sein Name steht für Theorie und Praxis von Qualitätsstandards im Bereich Rigging.


Rigger sind in einer Location in der Regel die ersten, die für die technische Realisierung einer Bühnen-, Messe-, Produktpräsentation sorgen. Ihr Arbeitsplatz befindet sich hauptsächlich in schwindelnder Höhe. Dort wo Lautsprecher, Schweinwerfer, Videotechnik und Hängepunkte für Präsentationen platziert werden müssen. Ein Umfeld mit komplexen Fach- und Sicherheitsanforderungen. Mit besonderen Gefahren für Mitarbeitende, und während einer Veranstaltung auch für Akteure und Teilnehmende.

Cumhur Amrag beschreibt die gängige Praxis im „Fall der Fälle“: „Wenn bei einem Unfall im Rahmen von Veranstaltungsprojekten Personen zu Schaden kommen, werden die Qualifikationen der verantwortlichen Beteiligten sofort nachgeprüft, in der Regel direkt am Ort des Geschehens. Auch bei ausschließlich betriebswirtschaftlichen Auswirkungen, wenn beispielsweise eine Veranstaltung wegen Verzögerungen beim Aufbau später beginnt, resultieren daraus Forderungen an die Verantwortlichen.“

Zugeschnitten auf den zum 1. April aktualisierten SQQ2-Standard hat die Deutsche Event Akademie die Lehrgänge und Wiederholungsunterweisungen im Bereich Rigging angepasst und weiterentwickelt. Neu im DEAplus Sortiment der Riggingspezifischen Weiterbildungen sind zwei Tagesseminare zu den Themen „Gefährdungen bei Flugwerken - Rettungsverantwortung“ sowie „Rettungsübungen in der Praxis“.

Novellierte Standards 2017 sind konkreter

Innerhalb von zwölf Jahren wurde der SQQ2-Standard nun das zweite Mal überarbeitet. Amrag beschreibt die Motive: „Notwendig und sinnvoll ist die Novellierung geworden, weil es aussagefähiger, einheitlicher Branchenstandards bedarf, die bei der Festlegung von Projektqualität und auch bei Schadenfällen für alle verbindlich sind.“ Einheitliche Standards sind für Ausschreibungen von Projekten ebenso wichtig wie für Auseinandersetzungen bei Schadenfällen, bis zur Basis für richterliche Entscheidungen.“
Gegenüber der bislang gültigen Version von 2013 wurden viele Details konkreter formuliert. Unterschiedliche Interpretationen sollen so gezielt vermieden werden. Die im Qualitätsstandard SQQ2 geforderten Einsatztage mit Riggingtätigkeiten sind ab 1. April 2017 jährlich nachzuweisen. Konkreter definiert sind künftig auch die Qualifizierungsstufen sowie –inhalt. Ebenso die geforderten Zugangsvoraussetzungen für die drei Weiterbildungs-Levels.

Aus der eigenen Branche heraus sensibel für Internationalität

Was die EU-weite Vereinheitlichung von Qualität und Qualitätsstandards betrifft, ist der Bereich „Sachkunde für Veranstaltungs-Rigging“ laut Amrag schon relativ weit fortgeschritten. Amrag vergleicht: „Das ist bei den ca. 340 anerkannten Ausbildungsberufen in Deutschland noch längst nicht vergleichbar entwickelt“. Gegenüber anderen europäischen Ländern oder USA ist die Internationalisierung des deutschen Rigging-Standards auf dem besten Weg heraus aus den „Kinderschuhen“. Sowohl in Großbritannien(ESTA), als auch in Nordamerika (PLASA) nähern sich die Weiterbildungsstandards im Bereich Rigging dem deutschen Markt deutlich an. In den Vereinigten Staaten gibt es mittlerweile Überlegungen, unsere Branchenstandards wie z. B. den SQP2 in die Norm-und Regelwerke (ANSI) aufzunehmen.

Qualitätsmerkmale schaffen Wettbewerbsvorteile

„Eindeutig zugenommen hat die Zahl der Ausschreibungen, bei denen Veranstaltungskunden eindeutige Qualitätsanforderungen definieren; insbesondere bei attraktiven Auftraggebern, speziell in großen Unternehmen. Bei der Arbeitssicherheit ebenso wie im Gesundheitsschutz wird ein hohes Maß an nachweislicher Qualität gefordert.“ berichtet Amrag aus seiner umfassenden unternehmerischen Praxis. Für Rigging- und andere technische Dienstleister ergeben sich somit konkrete Unterscheidungsmerkmale, auch wenn es um das Durchsetzen profitabler Preiskonditionen geht. Zugenommen hat nach den Erfahrungen von Amrag auch die Prüfung von vorgeschriebenen Qualifikationen seitens der Behörden, bei Veranstaltungsstätten allgemein, ebenso wie in Auf- und Abbauphasen von Projekten. Und schließlich erfüllen Veranstaltungskunden mit den geforderten Kriterien eigene Qualitätsziele und Zertifizierungsgrundlagen, z.B. im Bereich DIN EN ISO.

Vom VPLT-Standard zur SQQ2-Qualifizierung

Vorreiter für das konkrete Definieren entsprechender Standards im Verantwortungs- und Arbeitsbereich des Rigging war seinerzeit der VPLT-Standard SR3.0. Diese Anforderung war die erste Basis für die anspruchsvolle SQQ-Qualifizierung der IGVW (Interessensgemeinschaft Veranstaltungswirtschaft). „Die Grundidee war und ist, dass die Branchenverbände die Sicherheits- und Qualitätsstandards gemeinsam weiterentwickeln.“ erklärt Amrag die verbandsübergreifende Zusammenarbeit in der Branche. In der Ersteller-Gruppe sind deshalb Repräsentanten der wichtigsten Branchenverbände DTHG, EVVC, FAMAB, VPLT. Die Verwaltungsberufsgenossenschaft (VBG) und die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) wirken seit Jahrzehnten als verlässlicher Partner ebenfalls an der Weiterentwicklung und Definition der Standards mit.

Drei Levels für unterschiedliche Ziele und Anforderungen

Die Riggingspezifische Sachkunde ist in drei Stufen konzipiert, die gezielt aufeinander aufbauen und zwischen den Levels eine Phase zusätzlicher, nachgewiesener Praxiserfahrungen erfordern. Level 1 hat das Ziel der Qualifikation zum „Sachkundigen für Veranstaltungs-Rigging“. Level 2 befähigt zum Tragen der Fachverantwortung für das gesamte Aufgabengebiet, mit Ausnahme von Arbeiten mit erhöhter Gefährdung bzw. nicht standardisierten Konstruktionen. Wer Level 3 absolviert hat, besitzt nachgewiesene Fach- und Führungskompetenz für das komplette Gewerk Rigging.
Im SQQ2-Standard 2017 sind die Weiterbildungsvoraussetzungen ebenso konkret definiert, wie die zwischen den Levels erforderliche Berufserfahrung. Alle Lehrgänge, Wiederholungsunterweisungen und auch in das Konzept der neuen DEAplus Angebote ist gezielte Abwechslung zwischen Theorie-Input und Praxis-Training integriert.

Neue Rigging-Weiterbildungen im Doppelpack

Zwei neue Praxisseminare sind ab sofort bei DEAplus im Programm. Gefährdungen und Rettungsverantwortung im Zusammenhang mit Flugwerken ist ebenso neu wie Praktische Rettungsübungen. Beide Weiterbildungen sind als eintägige Seminare mit viel Praxisorientierung konzipiert. Mehr dazu unter www.deaplus.org/Rigging2017.

DEAplus Termine für Weiterbildungen und Wiederholungsunterweisungen

Detaillierte Infos, Termine und Beratung zu Inhalten, Zielen und Zugangsvoraussetzungen für die Lehrgänge nach SQQ2 der Levels 1 bis 3 sowie den Riggingspezifischen Weiterbildungen und Wiederholungsunterweisungen gibt es bei der Deutschen Event Akademie unter www.deaplus.org/Rigging2017 bzw. per E-Mail info@deaplus.org und telefonisch 0511 27074771.

Quelle bzw. Informationen von:

D-30851 Langenhagen-Hannover
DEAplus Deutsche Event Akademie GmbH Hamburg | Hannover/Langenhagen
Details Website Anfrage

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