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Livemusikbranche organisiert sich selbst: Lokale Initiativen treiben bundesweite Lösung zur Stärkung der Live-Infrastruktur voran

vom 08.04.2026 veröffentlicht über meinMemo

Während große Konzertshows boomen, geraten kleine Clubs und Spielstätten zunehmend unter Druck. Regionale Solidaritätsmodelle sollen den wirtschaftlichen Druck auf die Livemusikstrukturen an der Basis abfedern und perspektivisch in eine bundesweite Lösung überführt werden mit dem Ziel, eine gemeinsame Struktur zur Stabilisierung zu schaffen.

Die Bundesstiftung LiveKultur und die LiveMusikKommission, der Bundesverband der Musikspielstätten e.V. (kurz LiveKomm) begrüßen die wachsende Zahl regionaler Initiativen zur Stärkung der Livemusik in Deutschland. Auch international existieren vergleichbare branchengetragene Modelle, wie etwa der Liveline Fund des Music Venue Trust.

Neben bereits länger etablierten Modellen in Städten wie Hamburg und Leipzig (“FairTix”) wird im April Köln im Rahmen der c/o pop Convention der „Club Euro“ vorgestellt

Gerade angesichts des steigenden wirtschaftlichen Drucks auf Clubs und Veranstalter:innen entstehen so konkrete Lösungen aus der Branche heraus. Die Bewegung in der Branche, selbst Verantwortung für den Fortbestand ihres eigenen Ökosystems - des “Circle of Live” - zu übernehmen, ist nicht mehr aufzuhalten.

„Mit dem Club Euro gehen wir einen wichtigen Schritt, um unsere lokale Infrastruktur zu stabilisieren. Gleichzeitig ist klar: Die Herausforderungen sind nicht auf Köln beschränkt. Regionale Modelle müssen perspektivisch zusammengeführt werden, um ihre volle Wirkung zu entfalten.“ (Paulina Rduch, 1. Vorsitzende der Klubkomm (Verband Kölner Clubs und Veranstalter*innen e.V.))

Die lokalen Initiativen zeigen die große Stärke dieser Netzwerke: Sie agieren schnell, vernetzt und nah an den Bedürfnissen der Szene.

„Die lokalen Initiativen sind ein starkes Signal aus der Branche. Jetzt geht es darum, diese Dynamik zusammenzuführen und daraus eine tragfähige bundesweite Lösung zu entwickeln. Schon jetzt tauschen sich mehrere LiveKomm Netzwerke zur Implementierung von bestehenden Modellen sowie zur Gründung eigener Systeme aus, die dann perspektivisch unter das Dach des Live Music Funds gehen.” (Felix Grädler, Vorstandsmitglied der Bundesstiftung LiveKultur und Initiator des Live Music Fund)

Gleichzeitig wird also deutlich: Lokale Lösungen sind ein wichtiger erster Schritt. Langfristig braucht es jedoch eine gemeinsame, übergeordnete und bundesweite Struktur.

„Die angespannte wirtschaftliche Situation der Livespielstätten ist strukturell, nicht temporär. Deshalb braucht es nachhaltige Antworten. Der Live Music Fund ist dafür der richtige Ansatz, weil er die gesamte Wertschöpfungskette in den Blick nimmt.” (Christian Ordon, Geschäftsführer LiveKomm)