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Int. Spielfilmwettbewerb für Regisseurinnen (2007-03-13)

Im Rahmen des Internationalen Frauenfilmfestivals Dortmund/Köln vom 17. - 22. April wird zum zweiten Mal der Internationale Spielfilmwettbewerb für Regisseurinnen präsentiert. Mit 25.000 Euro dotiert, zeichnet der Preis Regisseurinnen aus, die bereits auf ein längeres Filmschaffen zurückblicken. Ins Rennen um den Preis gehen 8 Spielfilme aus 8 Ländern, der Preisträgerinnenfilm wird von der internationalen Jury am 22. April ausgezeichnet. Alle Regisseurinnen werden ihre Filme persönlich in Dortmund präsentieren und diskutieren. Für die Jury konnten in diesem Jahr aus Deutschland die Schauspielerin Sibel Kekilli und die Regisseurin und Cutterin Dagmar Hirtz, aus Frankreich die Regisseurin und Drehbuchautorin Muriel Teodori und aus Israel die Regisseurin Keren Yedaya, die Preisträgerin 2005, gewonnen werden. Die nominierten Filme: Antônia Regie: Tata Amaral, Brasilien 2006, 90 min Preta, Barbarah, Mayah und Lena sind seit ihrer Kindheit Freundinnen. Sie leben in Vila Brasilândia am Rand São Paulos und träumen von einer Karriere mit der eigenen Band: "Antônia". Mit Talent, Manager und einem Repertoire aus Rap, Pop, Soul und MPB (Música Popular Brasileira) gehen sie den mühseligen Weg der Club- und Partygigs. Doch die vier wissen, was sie wollen: Ruhm, Geld, ein Leben außerhalb der bedrückenden Atmosphäre von Vila Brasilândia. Aber gerade als sich die ersten Erfolge einstellen und ein Weg aus dem Elend absehbar wird, werden sie vom Alltag und seiner allgegenwärtigen Armut, dem männlichem Chauvinismus und der Gewalt wieder eingeholt. Tata Amaral, die seit Anfang der 80er Jahre als Produktionsassistentin in Film- und Videoproduktionen arbeitete, hat 1996 ihr Spielfilmdebüt Ein Himmel voller Sterne vorgestellt, der auf zahlreichen Festivals Preise erhielt und auch in Dortmund zu sehen war. Fallen Regie: Barbara Albert, Österreich 2006, Spielfilm, 88 min "Heaven is a wonderful place", singen Nicole, Carmen, Brigitte, Nina und Alexa zusammen auf der Beerdigung ihres ehemaligen Lehrers. Nach 14 Jahren scheinen sie nichts mehr als diesen Lehrer gemeinsam zu haben; nur langsam fangen die fünf Frauen an, sich wieder anzunähern. Anfang 30 ist nun Zeit für eine Bilanz: Was ist aus ihrem Leben geworden? Was aus ihren Träumen und Zielen? Eine Reise durch die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft beginnt, in der alte Verletzungen und neue Lebenslügen aufbrechen. Barbara Albert zeigt mit sparsamen Dialogen und starken Bildern, dass es nie zu spät ist, etwas zu ändern und immer Platz bleibt für neue Träume. Barbara Albert gehört zu der zeitgenössischen Generation äußerst erfolgreicher österreichischer Filmschaffender. 1999 gründete sie gemeinsam mit Martin Gschlacht, Antonin Svoboda und Jessica Hausner die Produktionsfirma Coop 99. Neben ihren eigenen Filmen produzierte sie u.a. Grbavica (Goldener Bär 2006). Beim Max-Ophüls-Festival 2007 erhielt Gabriela Hegedüs den Preis als beste Nachwuchsdarstellerin für ihre Rolle der Nicole in Fallen. The Hostage Regie: Laila Pakalnina, Lettland/Estland/Slovenien 2006, 74 min Deutsche Premiere In dem lettischen Wettbewerbs-Beitrag ist nichts so wie es sein sollte: Ein Flugzeugentführer im Anzug lässt sich Fragen stellen von seiner Geisel, die Geisel (ein siebenjähriger Junge) stellt Forderungen nach Chören und Biathleten, einem Bauer kommen erst seine Bienen und dann seine Kuh abhanden und durch alle Szenen streift eine dicke geringelte Katze. Laila Pakalnina lässt in ihrem Film viele Fragen offen und zeigt doch, dass alles irgendwie zusammenhängt, was an diesem Tag in Riga geschieht. Mit seiner komplexen Dramaturgie beschreibt *The Hostage *(Kilnieks) die Lebensumstände in Lettland und ist nicht zuletzt eine liebevolle Ode an das lettische Volk, das sich zwar durch ein etwas exzentrisches Wesen auszeichnet, aber auch durch große Herzlichkeit. Die Regisseurin und Drehbuchautorin* Laila Pakalnina* zeichnet für mehr als zwanzig Dokumentar- und Spielfilme verantwortlich, von denen einige bereits in Dortmund zu sehen waren. 2007 ist auch ihr kurzer Dokumentarfilm Papa Gena im Programm zum Thema Musik vertreten. Lady Chatterley Regie: Pascale Ferran, Frankreich 2006, 161 min Charlotte (Marina Hands) hat den reichen Clifford Chatterley (Hippolyte Girardot) geheiratet, der gelähmt und impotent aus dem Ersten Weltkrieg zurückgekehrt ist. Das Leben auf dem Landgut ist gleichförmig und die junge Frau erinnert sich mit Wehmut an die Jahre vor ihrer Ehe. Sie beginnt eine Affäre mit dem verschlossenen Jagdaufseher ihres Gutes, der in Lady Chatterley eine nie gelebte Sehnsucht weckt. Ein Film, der sehr zart und ganz genau auf eine große, verbotene Liebe schaut und ein großes Leinwanderlebnis. Die französische Regisseurin Pascale Ferran war seit den 90er Jahren an vielen Filmprojekten beteiligt. 1999 war sie für die französische Fassung von Stanley Kubricks Eyes Wide Shut verantwortlich. *Lady Chatterley* war in Frankreich ein großer Publikumserfolg und wurde bei der Verleihung der französischen Filmpreise mit 5 Césars ausgezeichnet. Red Road Regie: Andrea Arnold, Großbritannien 2006, 113 min Dogma war gestern. Heute ist Advance Party. Das Konzept: eine Geschichte mit Figuren, erdacht von den Regisseuren Lone Scherfig und Anders Thomas Jensen, produziert von Sigma (GB) und Zentropa (DK). Schauplatz: Schottland. Red Road, der erste Advance-Party-Film, ist ein nervöser Thriller. Jackie (Kate Dickie) arbeitet bei einer Videoüberwachungsfirma in Glasgow. Eines Tages entdeckt sie den Mann, von dem sie hoffte, ihn nie wieder zu sehen. Sie beobachtet ihn, folgt ihm in einen Wohnblock mit dem Namen Red Road, besessen von -- Rachedurst? Angst? Die Regisseurin lässt den Zuschauer lange im Unklaren über Jackies Motive, sie folgt ihr einfach, und zieht dabei die Spannungsschraube stetig an. Die Britin Andrea Arnold (Oscarpreisträgerin 2005 für ihren Kurzfilm WASP) ist seit vielen Jahren als Schauspielerin, Kurzfilm- und TV-Regisseurin und Autorin tätig. Red Road erhielt 2006 in Cannes den Jurypreis. Sounds of Sand Regie: Marion Hänsel, Frankreich/Belgien 2006, 96 min. Deutsche Premiere Die Wüste breitet sich immer mehr aus, eine endlose Dürreperiode lässt die Brunnen versiegen, das Vieh stirbt. Die meisten Dorfbewohner ziehen ihrem Instinkt folgend gen Süden. Nur Rahne, der einzige seines Dorfs, der lesen und schreiben kann, entscheidet sich mit seiner Frau Mouna und seinen drei Kindern, nach Osten zu ziehen, obwohl dort Krieg herrscht. Ihre einzigen Besitztümer sind ein paar Schafe, einige Ziegen und Chamelle, das Dromedar. Rahne und seine Familie reisen zu Fuß durch feindliches Land unter einer unbarmherzig brennenden Sonne, getrieben nur von einem Gedanken: Wasser zu finden. Sounds of Sand ist eine Geschichte über Auswanderung, Überleben und Hoffnung und eine Parabel über die Ausweglosigkeit, in der sich ein ganzer Kontinent befindet. Die Belgierin Marion Hänsel arbeitet seit 1977 als Filmemacherin, ihr zweiter Spielfilm Dust wurde 1984 mit dem Silbernen Löwen bei den Filmfestspielen in Venedig ausgezeichnet, seitdem hat sie zahlreiche weitere, ausgezeichnete Arbeiten präsentiert, darunter Between the Devil and the Deep Blue Sea (1995) und Clouds -- Letters to my Son (2001). Stephanie Daley Regie: Hilary Brougher, USA 2005, 91 min. Deutsche Premiere Ein junges Mädchen eilt durch den Schnee, stolpert, eine Blutspur hinter ihr. Im Krankenhaus wird sie bald darauf des Mordes an ihrem neugeborenen Kind beschuldigt, dessen Körper in der Nähe in einem Mülleimer gefunden wird. Doch der Teenager beteuert fortwährend seine Unschuld. Das Baby, so behauptet sie, sei bei der Geburt eines natürlichen Todes gestorben. Stephanie wird zu einer forensischen Psychologin (Tilda Swinton) geschickt, die die Schuldfrage klären soll. Die Untersuchung wird erschwert, denn die Psychologin trauert um ihr eigenes Kind, das sie bei einer Fehlgeburt verloren hat. Und nun, kaum sechs Monate später, ist sie erneut schwanger. Hilary Brougher erzählt eine komplexe Geschichte, die keine einfachen Lösungen bietet. Sie erhielt beim Sundance Film Festival 2006 den Preis für das beste Drehbuch. Die New Yorkerin Hilary Brougher arbeitet nach Jahren in der Filmproduktion seit 1997 als Regisseurin und Drehbuchautorin. Amber Tamblyn erhielt für ihre herausragende Arbeit beim Filmfestival in Locarno 2006 den Goldenen Leoparden als beste Darstellerin Wolfsbergen Regie: Nanouk Leopold, NL 2007, 95min Nanouk Leopold erzählt äußerst stilsicher das Drama um eine dysfunktionale Familie und die Ankündigung einer Selbsttötung, die nicht ernst genommen wird. Der 83-jährige Konrad kündigt seinen Verwandten schriftlich an, dass er sterben will. Seine Tochter weigert sich, seinen Wunsch zu diskutieren, seine Enkeltöchter sind mit eigenen Problemen beschäftigt. Trotzdem sind allmählich alle gezwungen, Stellung zu beziehen. * Wolfsbergen* ist ein Film über Menschen, die die Fähigkeit verloren haben, zu lieben und geliebt zu werden, ein kaleidoskopisches Porträt von vier Generationen einer Familie. Mit ihren tableauartigen Bildern schafft Nanouk Leopold für ihre angeschlagenen, verletzten Figuren erst den Rahmen, in dem sie wieder zu sich selbst und zueinander finden können. Die aus Rotterdam stammende Nanouk Leopold ist seit Ende der 90er Jahre als Regisseurin tätig. Nach Ihren Filmen Iles Flottantes (2001) und Guernsey (2005) arbeitet sie derzeit an ihrem nächsten Projekt Brownian Movement. Neben dem themenungebundenen Spielfilmwettbewerb präsentiert das IFFF Dortmund?Köln in Dortmund in seiner Ausgabe 2007 ein umfangreiches Programm rund um das Thema Musik. Das Festival reicht dabei weit über die Leinwand hinaus: Zahlreiche Performances und hochkarätige Filmkonzerte ergänzen das klassische Filmprogramm mit rund 90 aktuellen und historischen Filmen aller Genres aus über 20 Ländern, darunter sind MusikerInnenporträts, Video-Experimente, Musicals und Dokumentationen. Die musikalische Bandbreite reicht von Heavy Metal bis Pop, von Jazz bis Klassik. Wie beschäftigen sich Filmschaffende inhaltlich und formal mit Musik, Ton und Rhythmus? Musik als identitätsstiftendes Medium oder schmuckes Beiwerk? Musik als Lebensmittel, ein Lied als Erinnerung. Jazz-Ikonen, russische Kanarienvögel und Menschen, die ihr Leben der Musik hingeben auch ohne groß raus zu kommen, sind die Helden des Filmprogramms. Eröffnung des Festivals: 17. April 2007, 19.30 Uhr, Theater Dortmund. Preisverleihung: 22. April, 18 Uhr, Schauburg. Spielorte: domicil Jazzclub, Schauburg, Theater Dortmund, vhs Dortmund Festivalzentrum: vhs Dortmund

 

Quelle bzw. Informationen von:
Inter. Frauenfilmfestival DortmundIKöln c/o Kulturbüro Stadt Dortmund

 

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