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3 Fragen an: Nadja Hauser, Initiatorin des Young Stage Festivals, Basel

Nadja Hauser ist Gründerin und Produzentin des Young Stage International Circus Festival Basel, das in diesem Jahr zum 10. Mal stattfindet. Grund genug, sich einmal mit ihr zu treffen und ein paar Fragen zu stellen.

Nadja Hauser im Interview

memo-media: Frau Hauser, wie sind Sie zum Zirkus gekommen? Wollten Sie nicht eigentlich mal Physiotherapeutin werden?

 

„Der Zirkus war zuerst da! Ich bin im Zirkus aufgewachsen, genauer gesagt in den Jugendzirkussen in Basel. Ich war selber Akrobatin, ich habe viel Luftaktobatik und Handstandakrobatik gemacht und später selber Regie geführt und Kinder trainiert. Dann kam der Wunsch, doch eine „richtige“ Ausbildung zu lernen – und durch eine Knieverletzung kam ich zur Physiotherapie. Nach fünf Jahren in diesem Beruf habe ich gemerkt, dass ich im Zirkus aber erst richtig aufgehe. So habe ich eine Chance genutzt und gemeinsam mit meinem Mann das heutige Young Stage Festival gegründet. Und wer weiß, mein Sohn führt mir schon jetzt – mit fünfeinhalb – jeden Tag zuhause eine Show vor! Vielleicht möchte er auch bald zum Jugendzirkus. Aber er muss natürlich nicht!“

„Ich bin im Zirkus aufgewachsen“ Nadja Hauser, Young Stage

Das Young Stage Festival findet in diesem Jahr bereits zum 10. Mal statt. Was war das außergewöhnlichste, das je passiert ist? Und was schätzen Sie so an Ihrem Beruf?

 

„Jedes Jahr ist wieder komplett anders, als das Jahr davor. Wir haben das große Glück, mit unserem Cast immer wieder ausnahmslos junge, kooperative und talentierte Menschen zu finden, die das Festival zu dem machen, was es ist. Das Schönste ist es, wenn wir merken, dass wir mit dieser Plattform junge Menschen wirklich unterstützen können und ihnen helfen bei ihrem weiteren Weg. Nach den zehn Tagen wachsen wir mit ihnen zusammen wie eine Familie. Der Wettbewerbsgedanke rückt in den Hintergrund, das ist toll.“

Wonach suchen Sie die Künstler aus?

 

„Wir casten internationale Künstler. In diesem Jahr haben sich 623 Artisten aus der ganzen Welt bei uns beworben, das sind insgesamt 543 Acts. Die müssen gesichtet werden – und das haben wir getan und uns so für 25 Menschen entschieden. Das Niveau ist so hoch, dass wir extrem streng sein können und müssen. In der Jury sitzen Hochkaräter wie der Castingchef des Cirque de Soleil! Wir setzen sehr hohe Maßstäbe nicht nur an die artistische Qualität, sondern auch an die Kreativität, die Einzigartigkeit, den Innovationscharakter. Und: Wir casten Newcomer, die noch nicht unbedingt etabliert sind. Das macht schließlich unser Festival aus! Und zum zehnten Jubiläum wird es einige Überraschungen geben. Den Termin sollte man sich unbedingt vormerken!“

(Fotos von Pablo Wünsch Blanco)

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