Freiburg_Titel

Die perfekte Mischung auf der Kulturbörse Freiburg 2019

Bei der von vielen mit Spannung erwarteten ersten »eigenen« [memo_eintrag kundennummer=126214]Internationalen Kulturbörse Freiburg[/memo_eintrag] von Susanne Göhner trumpfte die hörbar Süddeutsche mit weniger Veränderung auf als von vielen befürchtet.

Boucherie Bacul schlachtet Kuscheltiere auf der Internationalen Kulturbörse Freiburg 2019.

Boucherie Bacul schlachtet Kuscheltiere auf der Internationalen Kulturbörse Freiburg 2019.

Neu war die deutlich optimierte [memo_kategorie id=1357]Straßentheater[/memo_kategorie]-Bühne, die übersichtlichere Struktur des Programm-Ablaufs und dadurch mehr Besucher für die 400 Aussteller in den beiden Messehallen, der frankophile Einschlag und fast neu: der atmosphärische Theatersaal 3, der bereits 2018 Premiere hatte, die aber eher unbemerkt.

Susanne Göhner rief und die Branche der kulturverantwortlichen Planer kam – fast 5.000 Besucher waren es diesmal und damit zeigt sich auch in Freiburg, dass das vielbeunkte Messesterben sich nicht auf Special-Interest-Veranstaltungen wie die Kulturbörse bezieht. Wo will man auch sonst eine solche Vielfalt an unterschiedlichsten Bühnendarbietungen sehen? 190 Darbietungen aus 36 Nationen in drei Tagen auf den mittlerweile fünf [memo_kategorie id=1259]Bühnen[/memo_kategorie]. Das ist in Deutschland ein Alleinstellungsmerkmal.

Auch Leonie Körner war dieses Jahr mit ihrem Cyr auf der Kulturbörse in Freiburg.

Auch Leonie Körner war dieses Jahr mit ihrem Cyr auf der Kulturbörse in Freiburg.

Uns begeisterten neben der hochklassigen [memo_kategorie id=763]Artistik[/memo_kategorie] die vielen jüngeren, sprachverliebten Künstler wie beispielsweise Quichotte aus Köln, der mit seinem »Orchester« ganz unvermutet Ernsthaftigkeit in all den Trubel brachte, die das Publikum dankbar annahm. Denn dafür steht Freiburg: die Mischung aus intellektuellen Wortartisten gepaart mit großartigen Musikkünstlern und vielen Ausblicken in den zeitgenössischen Zirkus begleitet von internationalem Straßentheater. Der Bundesverband für Theater im Öffentlichen Raum nutzte das Klassentreffen in Freiburg für seine Shortcuts – neue Theaterprojekte im Öffentlichen Raum –, die sich immer größerer Beliebtheit erfreuen.

Dabei wurden acht außerordentlich gut vorbereitete Projekte in jeweils nur fünf Minuten vorgestellt: das mobile [memo_eintrag kundennummer=135941]Stelzentheater Grotest Maru[/memo_eintrag] mit »Propeller«, das im Juli auf der [memo_eintrag kundennummer=135528]Via Thea[/memo_eintrag] in Görlitz Premiere feiern wird. Das Inklusions-Kunstprojekt Art Obscura mit »Spuren«, einer sehenswerten Performance von und mit Rollstuhlfahrern. Und das Theater Fragile mit dem Maskentheater HUM, einer gespielten und gesungenen Performance im Öffentlichen Raum mit sieben SpielerInnen, 20 Masken, 80 Pappblöcken, beteiligten Chören und 1.000 Zuschauern. HUM will gesanglich ausloten: Welche Verbindung erleben wir zwischen der globalen Dynamik des Klimawandels und deren manchmal widersprüchlichen Auswirkungen auf den Einzelnen?

Musik machte auf der Internationalen Kulturbörse Freiburg 2019 Mich Gerber.

Musik machte auf der Internationalen Kulturbörse Freiburg 2019 Mich Gerber.

Die [memo_eintrag kundennummer=504279]Service-Pioniere[/memo_eintrag] und [memo_eintrag kundennummer=503152]Foolpool[/memo_eintrag] mit WArt mit der Kunst-Installation rund ums Thema Warten. Das [memo_eintrag kundennummer=134247]Theater PasParTout[/memo_eintrag] mit einer wildfremden Kiste. Und Slagmanproducties & Danny Moelnaar mit der Performance »Broos«. [memo_eintrag kundennummer=139182]Zebra Stelzentheater[/memo_eintrag] mit dem poetischen Walk-Act »Chamäleon«, das besonders für Gartenschauen und andere »Green Events« spannend sein wird. Und das [memo_eintrag kundennummer=123336]Scharlatan Theater[/memo_eintrag] mit der mobilen Diskursschule »Links vor rechts«, die in ganz Deutschland am 13. April 2019 Premiere haben soll. Weil Wut kein Argument ist. Die Mobile Diskursschule will mit Aktionen unterstützen und Hilfestellungen geben, wenn einem die Plattheit der Parolen die Sprache verschlägt. Die Theatermacher wollen mit dem Flash-Act in ganz Deutschland auf die Straße gehen und Menschen dabei helfen, clever zu agieren, anstatt Gleiches mit Gleichem zu vergelten.

Der Franzose Rafael de Paula am Pole.

Der Franzose Rafael de Paula am Pole.

Freiburg – das ist gelebte und gezeigte Vielfalt, ein Treffpunkt vieler offener Köpfe und Quell großer Inspiration. Kaum vorstellbar, was alles passieren könnte, wenn man all die Kreativität nutzbar bündeln würde, die hier auf den Gängen unterwegs ist. Die [memo_eintrag kundennummer=126214]Internationale Kulturbörse Freiburg[/memo_eintrag] ist wichtig – es ist wichtig, all diesen Menschen und Produktionen Bühnenpräsenzen und einen Treffpunkt zu geben. Wenn sie nach den Tagen in Freiburg wieder ausströmen in ihre Theaterhäuser, Kulturämter, Büros und Werkstätten, dann nehmen sie alle ein Stück mit – von der Vielfalt und dem Austausch, den Visionen der anderen und dem Wissen um die Möglichkeit, Träume wirklich wahr zu machen.