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„Hier geht Alex!“

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Alex Ostermaier, der langjährige Geschäftsführer von Neumann&Müller Veranstaltungstechnik, hört auf. Seit seiner Zeit als Azubi ist er im Unternehmen. Er ist Gesellschafter und Geschäftsführer. Letzteres im Absprung. Knapp 25 Jahre

Lang ist er im Unternehmen gewesen und hat alle Veränderungen der Branche mitbekommen. Auch, dass etliche Mitbewerber:innen im Wettbewerb vom Markt verschwunden sind. Neumann&Müller ist ein Fels in der Brandung, hat einige Stürme erlebt und ist einer der renommiertesten Technikanbieter im Eventmarkt.

Alex Ostermaier ist ein Hamburger durch und durch. Im Norden hat er das Gymnasium Hummelsbüttel absolviert. Nach dem Abi folgten 15 Monate Zivildienst. Dann der Studiengang zum Wirtschaftsingenieur. Das Studium hat er nach zwei Semestern geschmissen, denn er entschied sich für eine Ausbildung. Bei der SAE hatte er sich als Toningenieur eingeschrieben. Parallel dazu bewarb er sich um einen Ausbildungsplatz als AVMedienkaufmann. Das war im ersten Jahr, in dem es diesen Ausbildungsberuf gab.

Er fand das Metier spannend, weil er bereits während der Schulzeit bei Partys als DJ aufgelegt und für die Anlage gesorgt hatte. Neumann&Müller hatten den Standort in der Hansestadt frisch gegründet. Zu diesem Zeitpunkt war man dort nur zu dritt, als er im August 1996 seine Ausbildung zum AV-Medienkaufmann begann und nach drei Jahren dort auch abschloss: »Ich bin danach im Unternehmen geblieben, denn ich habe es als großes Glück empfunden, dass wir in diesem relativen kleinen N&M-Standort praktisch alles gemacht haben: Kund:innenfragen angenommen, Angebote geschrieben und mit den ersten Grafikprogrammen, die es im Markt gab, einfache Pläne gezeichnet. Dann haben wir im Lager das Equipment gepackt und sind selbst zum Kunden gefahren. Die Anfangszeit, die war total spannend. Denn sie war vor allem durch sehr große, persönliche Freiheit geprägt.«

Ein besonderes Highlight für den sportlich affinen Ostermaier waren die Olympischen Spiele 2016 an Zuckerhut und Copacabana. Von 2010 bis 2017 hat er das Olympia-Engagement von Neumann&Müller betreut. Das Unternehmen war in diesem Zeitraum Lizenzpartner des Deutschen Olympischen Sportbundes für die olympischen sowie paralympischen Sommerund Winterspiele in Vancouver, London, Sotschi und Rio. Wie bei den Spielen zuvor lag der Schwerpunkt des N&M-Engagements in Brasilien auf dem technischen Support für das »Deutsche Haus«: »Wir haben dort quasi die Heimat für die Athlet:innen und die Funktionär:innen betreut, damit sie mal raus aus dem Trubel kamen und nach dem Wettkampf feiern konnten.« Das war zwar nicht die große Materialschlacht, aber Sport und der Zusammenhalt bedeutet dem heute 47-Jährigen immer noch sehr viel. Und vom Sport hat er, so ein erstes Fazit, viel gelernt.

Als die größte Herausforderung der Branche sieht der baldige Aussteiger die Bewältigung der Folgen durch die Corona-Pandemie und ebenso den Klimawandel. Beim Umswitchen auf LED-Scheinwerfer und Elektro-Fahrzeuge wird es nicht bleiben können: »Ich glaube, dass vor allem der Bereich Geschäftsreisen nicht wieder auf das Vorkrisenniveau kommen wird. Viele kleinere und mittlere Unternehmen und ebenso die Industrie werden die Chancen, die sich auch durch die Corona-Pandemie hier bieten, jetzt ergreifen, um Arbeitswelten tatsächlich zu verändern. Und das wird Auswirkungen darauf haben, wo und wie die Live-Kommunikation Begegnungswelten kreiert: Wann werden sich Entscheider:innen in den Unternehmen noch persönlich treffen? Wann sind für Mitarbeitende, Fachbesucher:innen, Lernende digitale oder hybride Veranstaltungsformen von Vorteil – und wie sehen diese packenden, kreativen Lösungen aus?«

Wie seine persönliche Arbeitswelt in Zukunft aussehen wird, weiß er noch nicht. Er hört zwar als Geschäftsführer auf, bleibt dem Unternehmen aber als Gesellschafter verbunden. Er mag die Branche sehr und hat keinesfalls mit ihr abgeschlossen. Er ist sich sicher, dass »es besser ist, erst einmal etwas komplett zu beenden, um etwas komplett Neues zu beginnen.« Er kann sich neben vielen anderen Möglichkeiten zum Beispiel auch eine Zukunft in der Bildungsbranche vorstellen. Egal, was es auch sein wird – wir wünschen Alex viel Erfolg und freuen uns, wenn wir ihn weiterhin auf dem einen oder anderen Branchenevent entspannt treffen werden.