Chancen an der Artistenschule
Auch in diesem Jahr haben wir [memo_eintrag kundennummer=161028]Tim[/memo_eintrag] und [memo_eintrag kundennummer=161029]Luzie[/memo_eintrag] in Berlin an der [memo_rubrik id=1931]Artistenschule[/memo_rubrik] besucht. [memo_eintrag kundennummer=161029]Luzie[/memo_eintrag] ist seit wenigen Tagen 18 Jahre alt, bei [memo_eintrag kundennummer=161028]Tim[/memo_eintrag] dauert das noch ein wenig. Wir haben die beiden zum Mittagessen getroffen und sie haben erzählt, was sie in den vergangenen zwölf Monaten bewegt hat.
[memo_eintrag kundennummer=161029]Luzie[/memo_eintrag] ist mit ihren Eltern umgezogen – sie wohnen jetzt noch ein Stückchen weiter außerhalb. Die Fahrtzeit zur Staatlichen Artistenschule beträgt nun anderthalb Stunden je Strecke. Doch das neue Haus liegt am See und beim abendlichen Sprung ins Wasser ist die lange Fahrt schnell vergessen.Sie hat ein Jahr der Entscheidungen hinter sich. Nachdem wir sie das letzte Mal gesehen hatten, war sie plötzlich krank, lag im Bett und konnte vier Wochen lang nicht aufstehen. Die Batterie war leer, etwas musste sich verändern. [memo_eintrag kundennummer=161029]Luzies[/memo_eintrag] Situation: 56 Wochenstunden Unterricht inklusive Training, täglich die lange Fahrt nach Berlin dazu – da blieb nicht mehr viel Zeit. Und die musste zum Lernen ausreichen. Was sie nicht tat. Der Familienrat tagte und entschied gemeinsam: Die Artistik hat Vorrang, das Abitur kann man auch später nachholen. Und somit wechselte [memo_eintrag kundennummer=161029]Luzie[/memo_eintrag] innerhalb der Schule in den Berufsschulzweig und kann nun auch manchmal schon vor der Schule in den See springen.
Verändert hatte sich [memo_eintrag kundennummer=161029]Luzies[/memo_eintrag] Schulsituation schon vorher durch einen Anruf ihrer Freundin Maja, mit der sie zusammen im Duo [memo_rubrik id=4311]Handstand-Artistik[/memo_rubrik] macht. Machte! Denn Maja informierte sie, dass sie die Schule verließe. Das war nicht lange vor der Prüfung im Mai, bei der es um Weiterbestehen auf der Schule ging. [memo_eintrag kundennummer=161029]Luzie[/memo_eintrag] musste also fix eine neue Nummer einstudieren. Sie entschied sich für [memo_rubrik id=1607]Kontorsion[/memo_rubrik] am und im Ring und bestand die Prüfung mit Bravour. Und genauso erfolgreich ging es auch weiter: Sie wurde vom Casting des [memo_eintrag kundennummer=135746]Friedrichstadt-Palastes[/memo_eintrag] für die Kindershow eingeladen und konnte es für sich entscheiden. Das bedeutet Auftritte und viel Bühnenerfahrung im kommenden November bis Januar für [memo_eintrag kundennummer=161029]Luzie[/memo_eintrag]. Darauf freut sie sich.
Die Auftritte – das sind die Highlights in [memo_eintrag kundennummer=161029]Luzies[/memo_eintrag] Leben – dafür lohnt sich die ganze Anstrengung. Das Lampenfieber davor und dann der Schritt auf die Bühne und die absolute Konzentration auf sich selbst und die Nummer. [memo_eintrag kundennummer=161029]Luzie[/memo_eintrag] ist dann wie im Tunnel, hört die Musik kaum noch und weiß gar nicht, ob das Publikum applaudiert hat. Das muss dann immer ihre Mutter berichten.
Bei der nächsten großen Chance ist die Mutter nicht dabei. [memo_eintrag kundennummer=161029]Luzie[/memo_eintrag] reist mit [memo_eintrag kundennummer=161028]Tim[/memo_eintrag] und der ganzen Klasse nach Frankreich zum Festival »[memo_eintrag kundennummer=161039]Le Mans Fait Son Cirque[/memo_eintrag]«. Sie führen dort die Show »Piszipline« auf, die sie aktuell einstudieren. Wenn [memo_eintrag kundennummer=161029]Luzie[/memo_eintrag] Glück hat und ihre Nummer gefällt, folgt darauf ein Engagement für zwei bis drei Monate in Frankreich.
[memo_eintrag kundennummer=161028]Tim[/memo_eintrag] weiß gar nicht, ob er dieses »Glück« wahrnehmen würde. Er lebt jetzt in einer WG quasi neben der Schule – sein Mitbewohner ist Schüler an der [memo_eintrag kundennummer=132893]Staatlichen Ballettschule[/memo_eintrag], also dem anderen Zweig der Schule. Drei Monate Show-Auftritte in Frankreich – das ist verlockend. Drei Monate kein Unterricht – auch wenn das verlockend wäre, ist es schwer vereinbar mit der Abitur-Vorbereitung. [memo_eintrag kundennummer=161028]Tim[/memo_eintrag] hatte das Glück, in der vergangenen Saison zum Cast der [memo_eintrag kundennummer=135746]Friedrichpalast[/memo_eintrag]-Kindershow zu gehören. Auftrittserfahrung hat er damit also schon einige Monate sammeln können. Aber fürs Abitur muss er lernen – zufliegen wird es ihm nicht. Bei einigen Mitschülern kommt ihm das so vor – die Schule hatte in der Vergangenheit oft den besten Abi-Schnitt in ganz Berlin, das Niveau ist also sehr hoch.Auch die Vorbereitungen auf die praktischen Prüfungen bringen ihn aus dem Rhythmus in Bezug auf den Aufbau seiner Show. Er trainiert oft wochenlang an einem neuen Trick und muss sich für die Prüfung dann wiederum auf andere Tricks vorbereiten. Denn dann sind die neuen Tricks noch zu unsicher, um sie zu integrieren und er muss sie hintenanstellen. Also probt er sie eine Zeit nicht und darunter leidet dann die ganze Nummer, meint er. Klar ist für ihn, dass die Arbeit an den [memo_rubrik id=2679]BMX[/memo_rubrik]-Tricks länger dauert als in vielen anderen artistischen Disziplinen. Seine Inspiration bezieht er sich immer noch aus YouTube. Die Tricks, die ihn begeistern, zeigt er seiner Lehrerin und gemeinsam erarbeiten sie sich die Abläufe, die er trainieren muss.
[memo_eintrag kundennummer=161028]Tim[/memo_eintrag] und [memo_eintrag kundennummer=161029]Luzie[/memo_eintrag] haben nun noch zwei Jahre vor sich – ihre Abschlussprüfung wird im Juni 2020 stattfinden. Wir wünschen ihnen viel Glück und hoffen, dass sich weiterhin viel für sie fügen wird. Wir haben absoluten Respekt vor dem, was sie so jung schon zu leisten bereit sind.


