Festival Mondiale du Cirque de Demain

36. Festival Mondial du Cirque de Demain: Under Paris Stars

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Beim Circus von Morgen überraschten viele Nummern Publikum wie Fachwelt durch die neuen Ideen der technischen Ausführung oder in der Präsentation der Tricks. Von den insgesamt 24 Nummern des 36. Festival Mondial du Cirque de Demain wurden zehn mit einer Medaille und zwei mit einem Sonderpreis der Jury ausgezeichnet.

Das Duo Sons Company von der Circusschule DOCH aus Stockholm erhielt als Shooting Star des Festivals zu Recht eine der Goldmedaillen. Mit coolen und witzigen Variationen katapultierte sich das Duo am Koreanischen Schleuderbrett hoch in die Kuppel. Standing Ovations gab es für ihre tempogeladenen Pirouetten, dem dreifachen Salto oder einer Landung nach einem gestreckten Sprung auf dem Rücken anstatt mit den Füßen auf dem Schleuderbrett.

Kreative Knete für noch mehr Gold

Festival Mondiale du Cirque de Demain

Jimmy Gonzales bekam für seine kreative Jonglage-Nummer eine Goldmedaille

Die zweite Goldmedaille beim Cirque de Demain erhielt der Spanier Jimmy Gonzalez für eine außergewöhnliche, exzentrische Jonglage. Nur mit einer Knetmasse als Klumpen jongliert und modelliert er, indem er den Klumpen beim Jonglieren in bis zu sieben kleine und große »Bälle « aufteilt und diese letztendlich wieder zu einem großen Klumpen zusammenführt, den er in seinem Gesicht verschmiert.

Die drei Silbermedaillen wurden ausschließlich an Luftnummern vergeben. An das Strapatenduo Kiebre vom Circocolumbia. Die meiste Zeit nur an einer Fußschleife hängend, wirbelt Oscar seine uruguayische Partnerin durch die Luft. Silber auch für die Truppe LIFT aus Frankreich; die zwei Frauen und zwei Männer haben die unterschiedlichsten Circusschulen absolviert und eine neue Disziplin kreiert. Mit zwei parallel gegenüberstehenden Fängern auf einer vier Meter hohen Rampe stehend, wirbelten sie ihre beiden Partnerinnen mit Salti und Pirouetten durch die Luft. Last but not least ist das finnische Trio aus der Ecole Supérieure des Arts du Cirque in Brüssel am Dreiertrapez zu erwähnen. Ronja, Valpuri und Maria präsentierten beim Cirque de Demain eine etwas schräge, schöne, synchrone Trapeznummer mit finnischem Witz. Sie nennen sich auch deshalb die Wise Fools.

Festival Mondiale du Cirque de Demain

Die Wise Fools präsentierten eine schräge, schöne, synchrone Trapeznummer mit finnischem Witz

Cirque de Demain vergibt Fünfmal Bronze und Sonderpreis für Deutsche

Gleich fünfmal wurde die Bronzemedaille von der zehnköpfigen Jury unter Vorsitz von Line Giasson, Direktorin des Casting Departments des Cirque du Soleil, vergeben: An die beiden freudestrahlenden und technisch perfekten Hand- auf Hand-Akrobaten Biniyam und Remedan aus Äthiopien. Für das Duo Unity von der Circusschule aus Montreal, die wirklich eine Einheit als Paar im Cyr-Rad bildeten. Ebenfalls aus Kanada begeisterte das Duo Catalexi als Liebespaar mit fließender Leichtigkeit und einem Lufttanz an den Strapaten im Cirque Phenix. Bronze gab es auch für die einzige russische Nummer im Festival: den Balljongleur Dmitry Ikin. Auch die chinesischen Artisten erhielten in diesem Jahr nur einen Preis – und zwar Bronze für die Äquilibristen des Akrobaten-Duos aus Guangdong. Auf einem überdimensionalen Blütenblatt zeigten sie eine Mischung aus klassischer Kontorsion und Adagio-Handstandequilibristik.

Festival Mondiale du Cirque de Demain

Das Duo Unity aus Montreal am Cyr-Rad

Einen Sonderpreis gab es für Suren und Karyna mit einer ganz neuen Version einer Vertikalseilnummer, die wir schon in vergangenen Ausgabe von showcases erwähnt haben. Der Schweizer Rigolo konstruierte ein langes Seil, das über eine Rolle in der Kuppel läuft, so dass die beiden Artisten an je einem Ende des Seiles arbeiten können. Den zweiten Sonderpreis der Jury erhielt die Ukrainerin Aleksandra Savina, die fünf Hula-Hoop-Reifen in einer poetischen Inszenierung um sich herum kreisen ließ, sie wieder einfing und dann erneut um sich herumtanzen ließ.

Auch zwei deutsche Nummern waren beim Cirque de Demain vertreten: Der Chemnitzer Sascha Baumann mit einer klassischen, leistungsstarken Handstandequilibristik mit rockigen Klängen zu Live-Gesang. Die anderen beiden Deutschen, die Brüder Felix und Flow, kreierten ihre Fahrradnummer mit Pierre Caesar im Base Studio in Berlin und gewannen immerhin einen der zahlreichen Sonderpreise.