Rauschenbergers_Buena_Vida_05 (Large)

BOE 2018 goes Catering

Am 10. & 11. Januar 2018 präsentierte sich die BOE 2018 in den Westfalenhallen Dortmund mit dem Schwerpunktthema „Catering“. Catering wurde als einer der Messeschwerpunkte in den Vordergrund gestellt. Seit Anfang des Jahres haben wir mit Karin Wolffrom eine Catering-Expertin bei memo-media mit an Bord und übergeben das Wort an sie.

Karin hat sich die wichtigsten Trends angeschaut und gibt Ihnen einen kleinen Überblick über das, was auf der BoE kulinarisch alles zu entdecken war.

Digitalisierung

Branchenübegreifend steht die Digitalisierung weit vorne und macht selbst vor gutem Essen nicht halt! Man könnte schon fast behaupten, dass das „Wort des Jahres“ in der Eventbranche die Digitalisierung ist. Nicht zu verwundern, dass dies auch von den Caterern aufgegriffen wird. Alexander Schad, Geschäftsführer von aveato Catering, hielt dazu am 11. Januar im Rahmen der Culinary Stage einen Vortrag und präsentierte das hauseigene Digitalisierungskonzept aKitchen, mit dem alle Arbeitsschritte in der Catering Küche unterstützt werden und für das das Unternehmen mit dem Award zum „Caterer des Jahres 2017“ ausgezeichnet wurde.

Alexander Schad aveato Catering #boe18

Mit aKitchen hat aveato Catering in 17 Jahren ein eigenes, 100 % für die Bedürfnisse eines Caterers maßgeschneidertes ERP-System von der Bestellung bis zum Kundenfeedback entwickelt. Als Teil dieses Projekts mit Start im August 2016 wurde die Küche tabletbasiert mit modernster Technologie digitalisiert. Dadurch gelang es, Qualität und Prozesssicherheit, Deckungsbeitrag und die Arbeitszufriedenheit nachhaltig zu steigern. Alle Prozesse rund um das Catering werden simplifiziert und automatisiert, damit wieder Zeit für das bleibt, worum sich alles dreht: leidenschaftlich und innovativ  zu kochen.

Damit belegt Schad, dass Digitalisierung weit über die Erstellung von Onlineshops hinausgeht und noch lange kein Ende in Sicht ist.

Nachhaltigkeit

Der Gedanke der Nachhaltigkeit festigt sich in unserer Branche und wird, spätestens auch durch die Einführung der CSR Berichtpflicht im April 2017 auch für die Dienstleister immer wichtiger. Doch wer sich als Caterer im Bereich Nachhaltigkeit positioniert, macht dies meist immer noch aus eigener Überzeugung. Denn der Weg dahin ist steinig und oft mit hohen Kosten und viel Aufwand verbunden in einer Branche, die vom starken Preiskampf beherrscht wird.

Jürgen May, Geschäftsführer der Agentur 2bdifferent, führte erstmalig auf der BoE2018 die Guided Tours im Bereich Nachhaltigkeit. Und auch er sagt: „Während das Eventcatering bisher maßgeblich in Verbindung zu Genuss und Wirtschaftlichkeit stand, beeinflusst die zunehmende Moralisierung die Branche.“

„Nachhaltige Entscheidungen werden in unserem Unternehmen oft automatisch getroffen, ohne dass wir darüber nachdenken müssten,“ so Benjamin Wagner, Managing Director der TASTE OF NOW GmbH. TASTE OF NOW präsentiert sich auf der Messe mit dem nachhaltigen Konzept STELLA & NOW. Der Vorteil des Konzeptes: Anders als bei herkömmlichen Caterern, die die Speisen nach der Zubereitung zum Beispiel in Gläschen abfüllen, werden Speisen von Stella & Now direkt im Glas gegart, garniert, geliefert und gegessen. „In der Eventbranche werden leider immer noch sehr viele Lebensmittel weggeworfen. Genau aus dem Grund lieben unsere Kunden STELLA & NOW, da wir es so schaffen, weniger Lebensmittel wegzuwerfen.“, freut sich Benjamin Wagner über die Kundenresonanz.

cocktail-box: Kooperation mit Streetscooter

Bei der cocktail-box entstand durch die nachhaltige Ausrichtung des Unternehmens der StreetScooter. „Wir starteten in Kooperation mit dem Autohersteller, der durch den Einbau unserer Cocktailmaschinen zeigen wollte, dass E-Mobilität auch sexy sein kann. Somit wurde zur IAA 2016 der erste StreetScooter präsentiert.“ sagt Christoph Poos, Geschäftsführer der cocktail-box. Dabei kam das Projekt so gut an, dass weitere zehn Fahrzeuge umgebaut wurden. Eins davon wurde erstmalig 2018 dem BoE-Publikum präsentiert.

StreetScooter cocktail-box #boe18

Und doch spielt am Ende wieder der finanzielle Aspekt eine Rolle. Michael Stober, Geschäftsführer Landgut Stober Kontor, behauptet nicht nur: „Ökologisch zu sein und zu arbeiten, ist nur ein kleiner Bestandteil des Ganzen. Es geht vor allem um ökonomisch langfristiges und sinnvolles Denken und Handeln.“ Stolz kann er mittlerweile behaupten, dass sie es im Landgut Stober durch den richtigen Einsatz von Ressourcen geschafft haben, auch finanziell dem Kunden einen Vorteil erbringen zu können. „Wir haben aktuell ermittelt, dass unsere Preise um fünf Prozent höher wären, wenn wir nicht so nachhaltig agieren würden.“ Und tritt so mit seinem „Wettbewerbsvorteil Nachhaltigkeit –  wie das?“ den Beweis dazu an, dass sich auch wirtschaftlich der lange Weg zur Positionierung als nachhaltiges Unternehmen lohnt.

Ganzheitliche Eventkonzepte

Präsentierte sich Rauschenberger Eventcatering letztes Jahr auf der BoE mit dem erfolgreichen Konzept Garden Eden, so konnten sich die Besucher dieses Jahr über „Rauschenberger´s Buena Vida“ freuen.

Ganzheitliches Konzept Rauschenbergers Buena Vida #boe18

Das Catering-Unternehmen setzte damit ein Zeichen, dass es heute nicht nur auf die Kulinarik ankommt, sondern Kunden immer öfter ein Gesamtkonzept inklusive Dekoration, Ambiente, Beleuchtung etc. buchen möchten. „Die Trends im Catering verändern sich. Es reicht nicht mehr aus, eine hervorragende Qualität der Speisen anzubieten, das können einige. Es geht darum, dem Kunden einen Mehrwert zu bieten, wirklich alle Sinne anzusprechen und ein einmaliges Erlebnis zu schaffen. Unter der Headline ‚Book the Concept’ können die Konzepte zudem für jede Veranstaltungsgröße adaptiert und gebucht werden,“ betont Natascha Müllerschön, Gesellschafterin und dezidierte Nachfolgerin von Jörg Rauschenberger.

 Streetfood

Streetfood ist eine Lebensphilosophie. Und dass die vielen Streetfood-Festivals helfen, den Besuchern das Bewusstsein für gutes Essen nahe zu bringen, ist keine Neuigkeit mehr. „Mit den Festivals können wir jedes Wochenende ca. 400.000 Menschen erreichen. Und diese Chance müssen wir nutzen“, so Ulf Tassilo Münch. Der in Japan als einziger Europäer doppelt zertifizierte Nudelmeister ist auch als Unternehmensberater in der Gastronomie bekannt und selbst ein Streetfood-Artist. Seine Spezialität heißt Dim Sum und hebt sich so schon von Haus aus ab von der Vielzahl von Anbietern aus den Bereichen Burger & Co.

Henrik Bollmann und Ulf Tassilo Münch auf der #boe18

Der Impuls,  mit dem die Revolution der Foodtrucks begann, ist schon längst auch im klassischen Catering angekommen. Streetfood-Konzepte werden heute von klassischen Caterern aufgegriffen, Foodstationen mit Paletten-Mobiliar erstellt und Kochstationen in die Veranstaltung integriert. Das Servicepersonal darf wieder in Jeans und T-Shirt auftreten und soll damit eine lockere Atmosphäre ausstrahlen. Nichts desto trotz – der Anspruch an hohe Qualität soll beibehalten werden. „Schlechtes Essen empfinde ich als Beleidigung an den Gast“, sagt auch Tassilo Münch und macht damit deutlich, dass bei all der Lockerheit die Qualität dennoch eine wichtigste Rolle spielt.

Auf der BoE lohnte sich dabei der Besuch der Culinary Stage, die von Ulf Tassilo Münch federführend organisiert wurde. Auf rund 170 Quadratmetern Fläche erwartete die Besucher ein spannender Mix aus Livecooking, Vorträgen, Diskussionsrunden und innovativen Ausstellern.

„Ich habe meine Kollegen zur BoE 2018 eingeladen und für mich ist es eine Ehre, dass diese mir das Vertrauen schenken und kommen“ sagt Münch. Eine Ehre ist es ihm vor allem, da seine Gäste auch international anreisten. Aus London, Bangkok und Singapur kamen sie auf der BoE in Dortmund zusammen und es ist auch Ulf Tassilo Münchs Verdienst, dass sich so manch ein Sternekoch unter die Vortragenden mischte. Die Moderation übernahm dabei kein geringerer als Mike Süsser, den Münch für die Veranstaltung gewinnen konnte.

Culinary-Stage - Catering auf der #boe18

Culinary-Stage – Catering auf der #boe18

Der Food-Artist freute sich über die Vielseitigkeit der Branche, die sich auf der Culinary Stage präsentierte. „Für mich zählt der Gemeinschaftsgedanke und die Tatsache, dass wir internationale Gäste, Sterneköche und hervorragende Caterer unter einem Dach zusammen bringen konnten und gemeinsam ein spannendes Konzept kreieren. Die Mischung macht’s und das ist genau das, was die Besucher der BoE mit nach Hause nehmen konnten.“

Catering als Schwerpunkt auf der BoE

Dass Catering ein Schwerpunkt auf der BoE ist, freute viele. Ulf Tassilo Münch sieht es als seine Berufung, jetzt erst recht zu beweisen, dass es dabei auch bleiben soll. Um auch für die Zukunft zu etablieren, dass Catering ein wichtiges Thema bei Veranstaltungen ist, war sein Ziel, auf der BoE 2018 ein Statement zu setzen. „Catering ist in sich ein Event. Dieses Bewusstsein haben wir auf der BoE geweckt.“ Die Culinary Stage sieht er somit als Forum für Food, Catering und Innovationen und freute sich über die Vielzahl an innovativen Cateringangeboten, die die Besucher erwartete.

Alle Informationen zur BoE 2018 finden Sie unter http://www.boe-messe.de/