08.04.2011

Kunstobjekt 'Haus auf Zeit' abgebrannt

Kunstobjekt 'Haus auf Zeit' abgebrannt Kunstobjekt 'Haus auf Zeit'

Das "Haus auf Zeit", ein aus 550 Altpapierballen gefertigtes Architektur-Projekt auf dem Gelände der Zeche Zollverein, ist am Dienstagabend in Flammen aufgegangen.



Das "Haus auf Zeit", ein aus 550 Altpapierballen gefertigtes Architektur-Projekt auf dem Gelände der Zeche Zollverein, ist am Dienstagabend in Flammen aufgegangen.



Das Haus war im Herbst des letzten Jahres für Präsentationen, Empfänge und Pressekonferenzen auf dem Zechengelände errichtet worden. Das Projekt sollte zeigen, dass nur vorrübergehend benötigte Gebäude für Großveranstaltungen, wie die Kulturhautstadt, mithilfe recyclebarer Materialen errichtet und später wieder abgebaut werden können.



Die zuerst eintreffenden Einheiten berichteten, das Kunstobjekt habe inwendig komplett in Flammen gestanden. Ein Löschangriff von Innen schied also von vornherein aus. Das Gebäude ist etwa 35 Meter lang, 8 Meter breit und geschätzte 6 Meter hoch. Die vordere Stirnseite ist stufig angelegt, die hintere Seite offen. Durch Fenster und große Türöffnungen an den Seiten fachten Windböen das Feuer immer wieder an, zwischenzeitlich brannte durch Funkenflug ein direkt angrenzendes Waldstück. An einem benachbart stehenden Gebäude platzten mehrere Scheiben durch die starke Hitzeentwicklung.



Die Papierballen sind gegen Witterungseinflüsse von Außen imprägniert, so dass das Löschwasser mit Schaummittel versetzt werden musste. Trotzdem war wegen der leichten Entflammbarkeit des Baumaterials das Feuer nicht in den Griff zu bekommen. Konsequenz: das "Haus auf Zeit" muss vor Ablauf der vorgesehen Standzeit bis zum Jahresende bereits jetzt abgetragen werden, um das Feuer sicher ersticken zu können. Mit zwei Radladern des Technischen Hilfswerks aus Essen und Gelsenkirchen und zwei Kippern wird das gesamte Gebilde Ballen für Ballen auseinandergenommen. Die Papierballen werden dann auf einer großen Fläche einzeln abgelöscht. Mehr als 60 Einsatzkräfte waren vor Ort, die Abriss- und Löscharbeiten dauern vermutlich die ganze Nacht. Die Höhe des entstanden Sachschadens kann noch nicht beziffert werden. Die Kriminalpolizei wird die Brandursachenermittlung aufnehmen. (MF) Quelle: ots / Feuerwehr Essen.




In der Mediathek des WDR gibt ein Video unter dem Stichwort "Brandstiftung auf Zollverein" die Geschehnisse wieder.



Caroline Rienäcker, Geschäftsführerin der Caroline Rienäcker GmbH aus Essen, dazu: „Wir bedauern sehr, dass das Papierhaus PHZ2 und damit das Werk der Architekten Dratz & Dratz zerstört wurde und dass wir dieses außergewöhnliche Objekt nicht mehr vermieten können - vor allem bedauern wir, dass wir somit zahlreiche Kunden enttäuschen müssen und ihre im Papierhaus PHZ2 geplanten Veranstaltungen nun nicht mehr durchführen können!"

Quelle bzw. Informationen von:

zurück zur News-Übersicht