05.04.2012

Internationale Messe für Musikinstrumente und Noten, Musikproduktion und -vermarktung

Aussteller und Besucher machen Musikmesse erneut zum
wichtigsten Branchenevent der Musikinstrumentenindustrie.


Mit sehr guten Ergebnissen hat die Musikmesse 2012 das Rekordergebnis aus dem Vorjahr bestätigt. Vom 21. bis 24. März machte die Musikmesse die Stadt Frankfurt zur weltweit größten Veranstaltung rund um Musik. Mit 1.512 Ausstellern aus 51 Ländern (2011: 1.504 Aussteller aus 50 Ländern) konnte die Musikmesse an das Rekordergebnis aus dem Vorjahr anknüpfen. Auch auf Seiten der Besucher bestätigte die Musikmesse ihre Stellung als weltweit wichtigste Messe rund um das Musikmachen. Gemeinsam mit der parallel stattfindenden Prolight + Sound, internationale Messe für Technologien und Services in Live-Entertainment und Produktion, zählte sie 109.841 Besucher (2011: 109.002) aus 120 Ländern. Primär zur Musikmesse kamen davon 68.587 Besucher. Zusammen sind beide Messen die wichtigste Veranstaltung der Musikinstrumenten- und Live-Entertainmentbranche.

Zusätzlich zur Funktion als wichtigster Branchentermin setzt die Musikmesse die Trends des kommenden Jahres. Eine wichtige Funktion, gerade in Zeiten volatiler wirtschaftlicher Entwicklungen. Die Zuversicht der Unternehmen in die Branchenkonjunktur hat sich 2012 leicht verschlechtert. Erachteten 2011 noch 75 Prozent der Aussteller die Konjunkturlage als gut bis befriedigend, waren es in diesem Jahr nur 72 Prozent. „Umso wichtiger wird die Messeteilnahme für die Aussteller, fasst Detlef Braun, Geschäftsführer der Messe Frankfurt GmbH, zusammen. „Dass die Musikmesse mit ihrem Konzept die richtigen Wege geht, zeigt die leichte Steigerung in der Bewertung, wenn es um die Erreichung der Messeziele geht. Hier steigerten sich die Angaben der  Musikmesse bei der Bewertung „außerordentlich zufrieden bis zufrieden“ um
einen Punkt auf 80 Prozent“, so Braun weiter.

Auf der Musikmesse präsentierten sich die Aussteller mit Zuversicht in die eigenen Marken, den Messeauftritt und die Musikmesse als wichtigste Branchenplattform. Die Musikmesse hat erneut ihre Ausnahmestellung als internationales Schaufenster der Musikinstrumentenbranche unterstrichen. Neben Deutschland mit 553 Ausstellern waren wichtige Ausstellernationen: die USA (145), die VR China (132), Italien (91), Großbritannien (87), Spanien (58), Frankreich (46), die Schweiz (34) und Korea (34).

Die Bewertung der Musikmesse durch die Aussteller stützt diese Einschätzung. 72 Prozent der Unternehmen beurteilen die Musikmesse in der Gesamtbewertung mit außerordentlich zufrieden bis zufriedenstellend. Hier konnte die Musikmesse aus Sicht der Aussteller besonders bei der Qualität der Besucher hinzugewinnen. Die Bewertung „außerordentlich zufrieden bis zufrieden“ stieg von 60 auf 63 Prozent. In der Tat steigerte sich der Anteil der Besucher mit Entscheidungskompetenz um drei Prozent auf 36 Prozent.

Auch die teilnehmenden Verbände teilen diese Einschätzung der Musikmesse als wichtigste Fachmesse. Für Gerhard A. Meinl, Vorsitzender des Dachverbands Musikwirtschaft und Veranstaltungstechnik e.V. (DVMV) hat sich „die Musikmesse dieses Jahr ganz neu hin zu einer Auftragsmesse gewandelt. Dies ist für uns nicht nur ein Nachkrisen-Effekt, sondern ein völlig neues, sehr erfreuliches Signal. Ganz offenbar haben die Händler wieder Zutrauen in Marken gewonnen und legen sie sich wieder in ihre Läger, auch langfristig. Das konnten wir bei den Kunden aus dem In- wie aus dem Ausland sehen. Unseren Eindruck verstärkt hat auch der große Zuspruch von in- und ausländischen Neukunden.“

Die Besucherstruktur der Musikmesse bestätigt diesen Trend. Die Fachbesucher haben vermehrt Entscheidungskompetenz und zählen zu den Führungskräften und dem Top-Management. Der Wert an Besuchern mit direkter Einkaufsverantwortung stieg um zwei Prozentpunkte auf 42 Prozent, der Anteil der Führungskräfte stieg ebenfalls leicht um fünf Punkte auf 36 Prozent. Bei der wichtigen Kernaussage hinsichtlich der Zufriedenheit mit dem Messebesuch erhält die Musikmesse durch die Besucher erneut Spitzenwerte: 95 Prozent der Besucher sind mit der Erreichung der Messebesuchsziele außerordentlich zufrieden bis zufrieden.

Auf Seiten der Besucher waren nach Deutschland die wichtigsten Besuchernationen: die Niederlande, Frankreich, Italien, Großbritannien, die Schweiz, Belgien, Österreich und Schweden. Mit einem Anteil von 35 Prozent an der Gesamtzahl von 68.587 Besuchern der Musikmesse (2011: 75.221) hat die Musikmesse erneut ihren hohen Internationalitätsgrad unter Beweis gestellt.

Auch Daniel Knöll, Geschäftsführer SOMM - Society Of Music Merchants e. V. sieht die Musikmesse in ihrer Bedeutung bestätigt, denn „ die Musikmesse hat in diesem Jahr erneut unter Beweis gestellt, dass sie der internationale Treffpunkt für das Musikbusiness ist. Sie hat Herstellern, Vertrieben und dem Handel erneut deutlich gemacht, dass Musikinstrumente auch in Zukunft nachgefragt werden und das aktive Musizieren immer mehr im Trend ist.[…]“

Ein Schwerpunkt der Musikmesse 2012 war die Einbeziehung der Musikindustrie und des Live-Entertainment-Business’ in das Messegeschehen. Im Rahmen des Musikbiz Lounge & Congress konnten sich Branchenvertreter in Panels, Workshops und Diskussionen zu Themen der Musikindustrie, Tonträgerwirtschaft, Verlagswesen, Rechtemanagement oder Musikpromotion austauschen. Unter Teilnahme von Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft und Verbänden fand in diesem Areal ein reger Informations- und Ideen-Austausch statt. Auch das Ausstellungsareal Musikbiz in Halle 4.1 konnte Zuwächse vermelden. So präsentierte sich etwa Musicload, eines der größten Portale für legale Musikdownloads, unter der Ägide des VUT-Mitte erstmals auf der Musikmesse. „Mit unserem Engagement auf der diesjährigen Musikmesse in Frankfurt sind wir sehr zufrieden und danken dem VUT-Mitte für die Kooperation auf dem Gemeinschaftsstand“, resümiert Sascha Heinen, Head of Musicload & DT Music, die Messeteilnahme. „Dieser war zentrale Anlaufstelle sowohl für interessierte Musikliebhaber und Endverbraucher als auch für Partner und Contentanbieter aus der Musikindustrie. In diesem vielschichtigen Teilnehmerfeld konnten wir anregende Diskussionen führen und zukunftsweisende Impulse gewinnen.“ Weitere kulturpolitische Impulse setzte die Präsenz der Neuen Musikzeitung mit ihrer Bühne in Halle 3.1. Theo Geißler, Geschäftsführer des Conbrio Verlags: „Mit unserem Standkonzept fügen wir der Businessseite der Musikmesse eine kultur- und gesellschaftspolitische Komponente hinzu. Dieses Konzept funktioniert sehr gut und wir erfahren für unsere Veranstaltungen auf unserem Stand enormes Interesse.“

Ein weiterer Schwerpunkt lag in der messeübergreifenden Darstellung der Produktbereiche Production, Broadcast und Recording. Über eine spezielle Ausstellersuche und einen Quickfinder wurden die Aussteller in diesem Produktbereich in der Musikmesse und Prolight + Sound hervorgehoben. Ein Angebot, dass bei Ausstellern und Besuchern sehr gute Resonanz erfuhr. Wie jedes Jahr ist die Musikmesse nicht nur die wichtigste Messe der Musikinstrumentenindustrie. Sie ist auch immer eine Veranstaltung, bei der Live-Musik im Vordergrund steht. Mehr als 1.000 Konzerten, Autogrammstunden, Workshops und Produktpräsentationen auf den Bühnen der Messe und an den Ständen der Aussteller machen die Musikmesse Frankfurt zur Musikhauptstadt der Welt. Hier stehen sowohl etablierte Stars im Fokus wie auch Nachwuchsmusiker und musikalische Früherziehung. Hinzu kamen Preisverleihungen an Musiker, Unternehmen und Persönlichkeiten aus der Branche und festliche Abendveranstaltungen.

Schon am Vorabend der Messe eröffnete der PRG Live Entertainment Award mit einer festlichen Gala in der Festhalle Frankfurt die Musikmesse. Unter reger Anteilnahme von Prominenz aus Politik und Showbusiness zeichneten Künstler Menschen hintern den Kulissen des Showgeschäfts aus. Ebenso glanzvoll gestaltete sich die Verleihung des Frankfurter Musikpreises an den Gitarristen und Komponisten John McLaughlin. Er wurde in Würdigung seiner Verdienste für das Musizieren mit dem von der Stadt Frankfurt, der Messe Frankfurt und des Bundesverbandes der deutschen Musikinstrumentenhersteller (BDMH) gestifteten Preis in der Festhalle ausgezeichnet. Die von Musikalität und Spielfreude sprühende Darbietung seiner Kunst im Rahmen der Verleihung untermauerte aufs Beste die Richtigkeit der Entscheidung.

Weitere Fachpreise, die während der Musikmesse verliehen wurden, sind der Deutsche Musikinstrumentenpreis. In einer feierlichen Veranstaltung überreichte Ernst Burgbacher, Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium, die Urkunde an jeweils drei Musikinstrumentenbau-Werkstätten aus Sachsen und Bayern. Die Auszeichnung wurde 2012 in der Kategorie Cello und Renaissancelaute vergeben. Mit dem Musikmesse International Press Award (MIPA)  prämieren Journalisten von mehr als 100 Fachmagazinen die besten Produkte der Musikinstrumenten- und ProAudio-Branche. Weitere Branchenpreise waren: der Musikeditionspreis Best Edition, der  hervorragende Notenausgaben hervorhebt; der PPVMedien Leser Award, bei dem Leser der Fachmagazine Soundcheck, Keys, Tastenwelt, Drumheads und Guitar die besten Produkte wählen; der DJTools Award, der die besten Produkte im Bereich DJ-Technik prämiert oder der Europäische Schulmusikpreis, der innovative Beispiele für kreatives methodisches Arbeiten im Klassenunterricht oder Arbeitsgruppen an Schulen auszeichnet. Der drums.de Musik-Fach-Award fand ebenfalls auf der PRG Stage in der Festhalle statt und zeichnete Künstler in unterschiedlichen Kategorien aus.

Im Bereich Nachwuchsarbeit bot das Areal Music4Kids Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit ungezwungen Musikinstrumente und Klangobjekte auszuprobieren. Mehr als 8.000 Kinder hatten in der Messewoche Gelegenheit sich hier auszutoben. Ein Highlight am Messsamstag war das Finale des Schülerbandwettbewerbs SchoolJam. Auf der riesigen PRG Stage spielten acht Schülerbands um den Titel „Best Schülerband Deutschlands“. Zum zehnjährigen Jubiläum des Wettbewerbs holte sich schlussendlich die Band Casting Louis aus Achim den Titel. Noch hochkarätiger ging es beim Preisträgerkonzert des Deutschen Pianistenpreises in der Alten Oper zu. Mit einer fulminanten Darbietung entschied Lukas Geniusas den Wettbewerb für sich.

Weitere Ausstellerstimmen zur Musikmesse 2012

„Die Musikmesse 2012 ist für AVID überaus erfolgreich verlaufen. Der Besucherstrom im Ausstellungsbereich war stark und gleichmäßig, und die Reaktionen auf die jüngst vorgestellten, wichtigsten Produkte von AVID, einschließlich Pro Tools 10, Pro Tools Express und Sibelius 7, fielen mehr als positiv aus. Insgesamt eine äußerst erfreuliche Erfahrung, die uns ermöglicht, wieder mit unseren treuen und begeisterten Kunden in Kontakt zu treten.“ Lee Whitmore, Marketing Director for Consumer and Education, AVID

„Seit wir auf der Musikmesse ausstellen ist sie für uns die maßgebende Messe. Jedes Jahr kommen neue Kunden zu uns an den Stand und es ergeben sich durch unsere Messeteilnahme zum Teil sehr langfristige Geschäftsbeziehungen. Bei den Bestandskunden konnten wir alle wichtigen und internationalen Besucher am Stand begrüßen.“ Lothar Semmlinger, Geigenbaumeister, Lothar Semmlinger - Meisterbetrieb für Streichinstrumente

„Für uns ist die Musikmesse die allerwichtigste Messe für die Branche. Hier treffen wir alle unsere Vertriebspartner. Auch in diesem Jahr wurden unsere Erwartungen voll erfüllt. Unser Stand ist gut frequentiert. Die Besucher kommen überwiegend aus Europa.“ Maurício Odery, CEO Odery Drums

„Die Musikmesse ist für uns die Plattform, um mit unseren Vertriebspartnern und Kunden zusammenzukommen. Sie ist die ideale Umgebung, um Geschäfte zu tätigen. Obwohl die Musikmesse durch das das allumfassende, internationale Angebot so groß ist, gelingt es, eine sehr persönliche Atmosphäre zu schaffen. Wir sind sehr gerne hier und zufrieden mit dem bisherigen Verlauf.“ Chris Martin, Chairman & CEO, C.F. Martin & CO. Inc

Die aktuellen Trends der Musikmesse 2012 im Überblick:

Gitarre/Bass, E-Gitarren:

Bei den E-Gitarren ist ein klarer Trend nicht auszumachen. Sowohl die Fender- als auch die Gibson-Modelle sind nach wie vor gefragt. Zunehmend tun sich jedoch die Hersteller von E-Gitarren im mittleren Preissegment schwer, denn die beiden großen Firmen haben inzwischen auch unter dem jeweiligen Originalnamen Instrumente dieser Preisklasse im Programm. Sehr gut angenommen wurde die Vintage-Show. Hier waren Instrumente von den Anfängen bis zu den frühen 70er Jahren zu sehen. Das Interesse wurde auch nicht von Preisen getrübt, die bis in den sechsstelligen Bereich reichten. Bei großen Herstellern wie Marshall, Fender, Mesa/Boogie, Vox, Engl und Blackstar dominieren wie jedes Jahr Topteile samt zugehörigen Boxen und entsprechende Combo-Verstärker das Portfolio. Mini-Amps werden wieder größer und auch flexibler. Waren es früher vor allem puristische 5-Watt-Verstärker, die das Bild prägten, haben die Geräte nun um die 15 Watt, zwei Kanäle und zum Teil sogar eine Steuerungsmöglichkeit über Midi.

Akustikgitarren:

Akustische Gitarren werden wieder größer. Nachdem im letzten Jahr vor allem kleine Parlour-Gitarren angesagt waren, setzt sich mittlerweile ein mittelgroßer Korpus durch. Dabei werden die früher allgegenwärtigen Cutaways deutlich weniger. Dennoch haben viele der Instrumente ein Tonabnehmersystem eingebaut. Der schon in den letzten Jahren feststellbare Trend zur Ukulele ist ungebrochen. Zunehmend drängen PA-Hersteller auf den Markt der Akustikverstärkung – ein gutes Beispiel ist HK-Audio mit der LUCAS Nano 300. Diese Systeme mit eingebautem Mischpult sind in vielen Fällen die Ideallösung für den anspruchsvollen Akustikgitarristen.

Bässe:

Auch bei den Bässen fehlt ein eindeutiger Trend. Nach wie vor sind die klassischen Modelle der Bauart Precision und Jazz (Fender) gesucht, aber auch moderne Edelbässe sind wieder auf dem Vormarsch. Auffallend ist jedoch die hier und da zu sehende Renaissance der Headless-Bauform. Bassanlagen werden leichter und stärker. 1.000 Watt aus zwei Kilogramm sind in etwa Standard. Wer echte Röhrentechnik sucht, wird dennoch fündig. So hat Fender die Bassmann-Serie wieder aufleben lassen – zu hohen Preisen und mit ebensolchem Gewicht.

Schlagzeug/Percussion

Dieses Jahr stand bei den Herstellern die Liebe zum Detail im Mittelpunkt. So überraschten einige Firmen mit gut durchdachten Innovationen, wie zum Beispiel DW mit seiner Airlifter-Hardware oder Sonor mit ihrem Jojo-Mayer-Signature-Bassdrum-Pedal. Deutlich spürbar ist, dass viele Hersteller vermehrt auf Custom-Drums setzen, was bedeutet, dass sich der junge Drummer sein Set selbst zusammenstellen und ihm damit, in gewissem Rahmen, eine persönlich Note verleihen kann. Viele Hersteller setzen zudem auf die Philosophie: Weniger ist manchmal mehr. So verringerten einige Hersteller ihren Angebotsumfang, um damit mehr Transparenz in ihr Sortiment zu bringen. Bei den Beckenherstellern gibt es einige neue Serien, und auch bei den E-Drums hat sich einiges getan. Roland erneuert beispielsweise sein komplettes Sortiment. Bei der Percussion liegen Cajons nach wie vor im Trend, und einige Hersteller wie Meinl oder Sonor sind dazu übergegangen, hochwertige Instrumente mit besonderen Features oder zusätzlichen Elementen zu fertigen.

Tasteninstrumente

Überraschung: Casio meldet sich zurück im Synthesizer-Geschäft. Mit XW-G1 und XW-P1 will man an alte Erfolge der 80er Jahre anknüpfen und im aktuellen Markt neue Impulse setzen. Zu den gemeinsamen Ausstattungsmerkmalen der beiden Neuen gehören unter anderem Step Sequencer, Arpeggiator & Phrase Sequencer sowie der Solo-Synth mit sechs monofonen Oszillatoren. Der XP-1 ist als Live-Performer zudem mit einer Drawbar-Sektion und Multi- Layer-Funktion (Hex-Layer) ausgestattet, während sich der XW-G1 als Groove- und Loop-Spezialist empfiehlt. Beide Instrumente sind mit knapp 5,5 kg ungewöhnlich leicht und lassen sich auch mit Batterien betreiben. Ganz neu in den  Synthesizer-Markt steigt Studiologic mit dem Sledge ein, der seine Klangerzeugung von der Synth-Schmiede Waldorf in Form der DSP-Modeling-Technologie bezieht. Die Firma Roland, die zur letztjährigen Musikmesse den Jupiter 80 auf den Markt brachte, schiebt jetzt das  kleinere Modell Jupiter 50 nach. Ebenfalls von Roland kommt eine neue Digitalpiano-Familie, vertreten durch drei Modelle der HP500-Serie, ergänzt durch das kompakte RP301 und das repräsentative LX-15 im klassischen Upright-Piano-Design. Zu den Ausstattungsmerkmalen gehören die SuperNatural-Klangerzeugung – 88-Tasten-Multisampling, ergänzt durch Modeling-Technologien aus dem V-Piano – und die Ivory-Feel-Tastatur mit drittem Sensor zum Ermitteln der Tastenbeschleunigung. Bei Yamaha heißt das aktuelle Piano-Highlight NU1. Dabei handelt es sich um ein Hybridpiano mit digitaler Klangerzeugung und kompletter  Klaviermechanik in der Tradition der GranTouch-Modelle. Interessante Neuzugänge sind in der Kategorie Stagepianos zu verzeichnen: Beim Physis kombiniert der italienische Hersteller Viscount Sampling mit Physical Modeling. Clavia erweitert sein Stagepiano-Programm um das Nord Piano 2 HA88, während Ketron das GP-1 Classic Grand und Studiologic das Leichtgewicht Numa Compact (8 kg) ins Rennen schicken. Der vogtländische Traditionshersteller von Gitarren, Drums und Blasinstrumenten GEWA hat sein Portfolio um Digital-Pianos erweitert: Die auf der Musikmesse vorgestellte Serie aus drei Modellen wartet mit hoher Klangqualität und modernsten Features auf – für Klassik-Darbietungen wie auch für den Einsatz in Rock und Pop. Wenig Bewegung ist derzeit bei den Arranger-Keyboards zu erkennen. Als einziges Highlight präsentiert sich der „Tyros 4 10th Anniversary Special Edition“, ein auf weltweit 2500 Exemplare limitiertes Sondermodell des Tyros 4 in Schwarz, mit farblich abgestimmten Lautsprechern und erweitertem Soundangebot. Mit diesem Instrument feiert der Hersteller das zehnjährige Bestehen der Tyros-Serie. Zudem wendet sich Yamaha mit dem Leuchttasten-Keyboard EZ-220 wieder verstärkt dem Einsteigermarkt zu. Für Keyboard-Einsteiger und Bühnenmusiker gleichermaßen interessant ist das Roland BK-5. Ebenfalls erwähnenswert: Korg MicroArranger. Für das Topmodell Pa3X hat Korg ein umfangreiches Update angekündigt, das unter anderem die freie Editierbarkeit der Styles ermöglichen soll.

Beschallungssysteme

Kompakt, funktionsreich und leicht zu bedienen – Stichworte, die dieses Jahr auf der Musikmesse ein großes Thema waren. So auch bei den Hersteller von Beschallungsequipment. Besonders die beiden auf der Musikmesse vorgestellten Neuheiten L.U.C.A.S. Nano 300 von HK Audio und Yamahas DXR-Reihe präsentieren sich sehr kompakt, flexibel und liefern gleichzeitig eine hohen Lautstärkepegel. Ein weiterer äußerst wichtiger Aspekt ist die Kompatibilität zu iPhone, iPad und iPod. Bei einigen dieser Produkte stellt beispielsweise das iPad das Herzstück des Mischpults dar, wobei teilweise die komplette Steuerung der Parameter über den Tablet-Computer läuft. Zu den in den letzten Jahren schon in dieser Richtung agierenden Firmen gesellen sich nun unter anderen Mackie, Allen & Heath und Alto Professional. Stärker denn je sind auch kompakte sowie leistungsstarke Säulen-Systeme ein Thema, die in der heutigen Beschallungsszene kaum mehr wegzudenken sind.

Recording/Musikproduktion

Es wird grundsätzlich auf die bekannten Technologien gesetzt, und in allen relevanten Bereichen wurden viele neue Produkte vorgestellt. Gut wahrnehmbar sind noch mehr als im Vorjahr die Möglichkeiten gewachsen, für die Musikproduktion mobile Kommunikations-/Multimediageräte einzusetzen: zum Beispiel zum Anschluss von Mikrofonen, Messmikrofonen, Instrumenten, Keyboards, als Fernsteuerung für Software oder Mischpulte. Im Software-Bereich für Windows- und Mac-OS-Rechner gab es vielfach Updates der großen Hersteller. Auch neue Fabrikate von DAWs und Plug-ins mit innovativen Funktionen stellten sich vor. Ungebrochen ist der Trend zu Nachbildungen analoger Klangformung per Software. Das Angebot digitaler Signalnetzwerke hat sich wiederum vergrößert. Die analoge Produktionstechnik bot keine revolutionären Entwicklungen, aber erfuhr zahlreiche Detailverbesserungen und Aufwertungen bei neuen Produkten in Kategorien wie beispielsweise Mikrofone, Studiolautsprecher, Summing-Mixer, Signalprozessoren.

In Frankfurt am Main finden die beiden nächsten Leitmessen
Musikmesse und Prolight + Sound vom 10. bis 13. April 2013 statt.

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