26.03.2012 bis 01.04.2012

28. Theatertage am See 2012

Veranstaltungsort:
Theatertage am See an der Bodensee-Schule Sankt Martin
Zeisigweg 1
88045 Friedrichshafen
Informationen:
28. Theatertage am See 2012

Zum ersten Mal in der 28-jährigen Geschichte dieses Festivals greifen wir ein Motto wort gleich wieder auf. Bereits 1994 anlässlich der 10. Theatertage am See setzten wir uns mit dem Thema Heimat auseinander. Wir knüpfen damit auf der inhaltlichen Ebene unmittelbar an unser Motto von 2010 „mundART-Sprachen der Bühne“ an. Denn Sprache definiert die Zugehörigkeit weit mehr als ein Pass. Sprache eint und trennt. Im Vorwort zu den 10. Theatertagen am See schrieben wir „Der angestaubte Heimatbegriff schreit förmlich nach neuer Definition. Die Gründe (oder sollte man nicht besser sagen: die Abgründe): Umweltzerstörung, die überraschend uns heimsuchende Einheit des Vaterlandes, Arbeitsplatzgefährdung, Fremdenfeindlichkeit, Rechtsradikalismus, Skandale, Politikverdrossenheit.“ Seither sind 16 Jahre und ebenso viele Theatertage am See ins Land gezogen und die Frage nach „Heimat“ ist aktueller denn je.

Die Welt ist kleiner geworden - möchte man meinen - das geht einher mit zunehmender Entwurzelung auf der einen und dem lauten Schrei nach Integration als Bringschuld auf der anderen Seite. „Wo ist Heimat?“ war auch die zentrale Frage unseres internationalen Theaterbegegnungsprojektes im Jahr 2006 A European Theater Adventure. In diesem Projekt waren jugendliche Sinti und Roma stark vertreten, ein Volk ohne Nation, wie sie sich selbst bezeichnen. „Lacho Drom“ war der Untertitel des Projektes. Übersetzt aus Romanes, der Sprache der Sinti und Roma, bedeutet „Lacho Drom“, „der gute Weg“. Begegnung heißt Abbau von Ängsten, die Neugier auf das Ungewisse und Unbekannte, die Entdeckung von Gemeinsamkeiten und Unterschieden und die Verschmelzung vieler verschiedener Rhythmen, Gedanken und Träumen zu einem: „My home is where my heart is beating“ (Zitat aus der Laudatio von Fonds Soziokulktur anlässlich der Verleihung des alle 10 Jahre vergebenen Innovationspreises für außergewöhnliche Kulturprojekte.) Mit Blick auf die Realitäten könnte es auch heißen „Heimat ist, wo das Herz wehtut.“ Der Freiburger Kardinal und Vorsitzende der deutschen Bischofskonferenz Zollitsch formulierte im Herbst 2010 „Heimat ist dort, wo Zukunft ist.“ Zukunft und Heimat sind zentrale Begriffe des politischen Diskurses der Gegenwart. Kultur ist untrennbar mit dieser Diskussion verbunden. Wir sahen und sehen in der Thematik „Heimat?!“ eine Aufgabe für das Theater und ganz besonders für das Amateur-, Schul- und Jugendtheater.

Zum einen sehen wir die Herausforderung, uns mit den ästhetischen Mitteln des Theaters zu beteiligen, zum andern möchten wir den Kulturen eine Bühne zur Entwicklung des Gemeinsamen und zur Darstellung der Unterschiede bieten. Das macht die Kultur einer Demokratie aus! Theater macht Sinn! Wir sind gespannt auf die Kursthemen und das Theaterprogramm.

Angebote zu diesem Event:

D-88045 Friedrichshafen
Förderverein Theatertage am See e.V
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