Wie wird ein Kleinkünstler reich und berühmt?
vom 25.06.2008 veröffentlicht über meinMemoEs ist ein Phänomen. Wer hätte jemals gedacht, dass ein Kleinkünstler allein durch das Internet zwar (noch) nicht reich, aber zumindest doch berühmt wird. René Marik ist Puppenspieler, Schauspieler und Sänger. Er hat nie Werbung für sich und sein Bühnenprogramm gemacht. Trotzdem sind seine Figuren seit über einem Jahr Kult.
Es
ist ein Phänomen. Wer hätte jemals gedacht, dass ein Kleinkünstler allein durch
das Internet zwar (noch) nicht reich, aber zumindest doch berühmt wird.
René
Marik ist Puppenspieler, Schauspieler und Sänger. Er hat nie Werbung für sich
und sein Bühnenprogramm gemacht. Trotzdem sind seine Figuren seit über einem
Jahr Kult.
Seit
2002 ist der 38-Jährige immer mal wieder mit seinen Puppen im Quatsch Comedy
Live Club aufgetreten. „Irgendein Fan kam vor zwei Jahren auf die Idee, einen
Mitschnitt bei „You Tube" einzustellen. Dem bin ich natürlich total dankbar,"
sagt Marik. Denn seitdem wurde er als Geheimtipp bei Internet-Usern gehandelt.
Inzwischen sind noch ein paar Clips dazu gekommen, einige wurden mehr als eine
Millionen Mal angeklickt und sind somit Spitzenreiter in dem Internet-Portal.
Der
beliebteste Film erzählt die Geschichte von „Rapante": Ein liebeskranker
Maulwurf steht, auf einen Krückstock gestützt, am Fuße eines Pappturms und
wartet auf seine Angebetete. Immer wieder ruft er „Rapante, Rapante! Jemand ze
Hage?" Endlich erscheint eine Barbiepuppe an der Balustrade. Sie erblickt den
Maulwurf, wendet sich pikiert ab und verschwindet wieder in den Tiefen des
Turms. Wen wundert`s: Der Maulwurf hat neben seiner Gehbehinderung auch noch
einen Sprachfehler.
Andere
Marik-Figuren sind der Eisbär Kalle, der den Untergang der Titanic kommentiert,
und Künstler-Frosch Falkenhorst. Die Figuren sind nur ein Teil des gesamten
Bühnenprogramms. „Ein ganzer Abend mit den Handpuppen funktioniert nicht, mir
würden die Arme abfallen," sagt Marik. Wenn die Puppen nach 20 Minuten von der
Bühne abtreten, greift er zu seiner Gitarre, singt schnulzigschöne Liebeslieder
mit Schwitters-Texten oder zeigt einen Kurzfilm über den Berliner Hartz IV
Empfänger Kalle alias Marik, der regelmäßig in der U-Bahn für Furore sorgt.
Um
das alles zu erleben, reisen Fans auch schon einmal von weiter her an. „Manche
fahren 100 Kilometer und mehr, um mein Programm zu sehen. Und dann sprechen sie
alle Texte mit."
Aber
nicht nur seine Fans sind begeistert von Marik. Jetzt hat er auch die Jury des
Prix Panthéon überzeugt. In der Kategorie „Frühreif und verdorben" wurde er mit
dem begehrten Jury-Preis ausgezeichnet, der schon Startschuss für viele
Comedian-Karrieren war. Aus der Begründung: „Auf Mariks Handpuppenbühne ist die
Anarchie das Grundgefühl, aus dem sich ein wunderbar infernalischer Infantilismus
ableitet. Marik beherrscht eine Kunst, die das tiefe Bedürfnis der Zuschauer spiegelt,
im Småland bei IKEA die Sau rauslassen und noch einmal hemmungslos mit den bunten
Bällen auf angepasste Altersgenossen feuern zu dürfen." Ob man damit reich
werden kann, sei an dieser Stelle egal - doch berühmt kann man damit werden,
dass man dem Kasperletheater von einst eine ganz eigene Bedeutung gibt.