Wenn am 11. Juli 2007 das 196. Kleine Fest im Großen Garten in Herrenhausen über die Bühne geht, darf man sich auf viele neue Gesichter und die bewährte Kleinkunstmischung von Deutschlands erfolgreichstem Festival seiner Art freuen.
Preisgekröntes, menschliche Schwächen und spanisches Temperament
Auch unter den Künstlern, die erstmals dabei sind, sind besonders viele mit Preisen ausgezeichnete Künstler mit von der Partie. So auch Toon Maas. Nur mit einer einzigen Figur kreiert er sein preisgekröntes Soloduet, das den Zuschauer auf humoristische und originelle Weise zum Nachdenken über menschliche Beziehungen anregt. Um die kleinen Konflikte des Alltags geht es auch bei der Compagnie du Mirador. In luftiger Höhe und zu Latino-Rhythmen meistert das Paar in seiner Nummer „Isséo“ die kleinen Tücken ihres Miteinanders. Beim Straßentheaterfestival in Gent wurde ihm 2006 der Publikumspreis verliehen. Die Stimmung auf den Siedepunkt bringen Lost Locos: Eine schräge Mischung aus „3 Amigos“ und „Buena Vista Social Club“. Die drei verrückten Latinos stecken voller Liebe zum Publikum, ihren Mamas - und sich selbst, traktieren und jonglieren ihre spanischen Gitarren und sind die Meister des Humors und der Parodie. Geklampft wird auch bei der komödiantischen Nummernrevue von Duett Complett, allerdings kopfüber und kopfunter.
Beste Zirkus- und Varietetradition bietet das preisgekrönte Trio Csaszar aus Ungarn. Seine spektakuläre Schleuderbrettakrobatik begeistert das Publikum rund um den Globus, bei Roncalli ebenso wie in Las Vegas. Ein Straßentheaterclown wie er im Buche steht, ist Nino Costrini aus Argentinien. Beim weltberühmten Daidogei-Festival in Japan wurde er mit dem 3. Preis ausgezeichnet. Akrobatische Spitzenleistung präsentieren Les Acrostiches aus Frankreich. In ihrer witzigen Show, kreieren sie als Jongleure, Akrobaten, Sänger, Clowns ein fulminantes Entertainment in Variété-Format, hautnah und kräftig gewürzt mit burlesker Komik. „Diese genialen Frenschmänner schenken uns absolute Wohlfühlunterhaltung ...“ schrieb The Times. Sagt man den Schweizern Langsamkeit nach, so beweisen die Starbugs aus Bern das Gegenteil mit ihrer ungewöhnlichen Breakdance-Show.
Wiederholungstäter und alte Bekannte
Very british kommen alte Bekannte daher: The Married Men. Mittelpunkt ihrer Show ist ein gedeckter Küchentisch, der Anlass zu einem haarsträubenden Geplänkel gibt. Auch die britischen Gentlemen Herr Schultze & Herr Schröder sind wieder da. „Hot! Hot! Hot!“ heißt die neue Show der „very british Gentlemen“. Ob Küchenfolie, Peitsche oder Ukulele – mit außergewöhnlichen Utensilien und gewagtem circensischen Können demonstrieren sie ihre „harmonische“ Beziehung zueinander. „Bert Engel sagt Tschüß! - Der große Mann der Abendunterhaltung, der den Untergang der Titanic miterlebte und alle Großen der Showbühne kannte, geht von Bord.“ So heißt das erste gemeinsame Programm von Kabarettist Matthias Brodowy und Puppenspieler Detlef Wutschik. Ein turbulentes Potpourri aus witzigen Wortgefechten, virtuosem Klavierspiel und Schwindel erregender Artistik bringt das vielfach mit Preisen ausgezeichnete Duo Full House auf die Bühne. Mit amerikanischem Entertainment gemischt mit Schweizer Präzision haben der New Yorker Henry Camus und die Schweizerin Gaby Schmutz das Publikum im letzten Jahr begeistert.
Ganz anders und voller Poesie ist die Balance von Rigolo aus der Schweiz. In einem echten Zirkuszelt, das wieder eigens für diesen Auftritt im Großen Garten aufgebaut wird, lässt er aus 13 Palmblattrippen in atemberaubender Weise ein fragiles Riesenmobile entstehen. Ebenfalls preisgekrönt sind die tierischen Pantomimen von Le Mime Daniel. Anrührend und unübertroffen verblüfft er wieder das Publikum.
Jens Ohle, der Meister der achtsprossigen Artistenleiter erwischt das Publikum mit seiner artistischen Animationsshow „Circ Ohle“ auf und über der Gürtellinie und gehörte damit schon 2006 zu den Publikumslieblingen. Von Livemusik begleitet präsentiert das Theater Bencha aus den Niederlanden sein poetisches Luftspektakel „Kolka“. Nun ist sie schon zum fünften Mal beim Kleinen Fest und sucht immer noch einen Mann: Hat Shirlee Sunflower, die freche Göre von Downunder diesmal vielleicht eine andere Methode? Schlimmstenfalls findet sie Trost bei Eis Ali. Niemand kann so kunst- und humorvoll sein herrliches Eis unter die Zuschauer bringen wie der flinke Türke aus den Niederlanden. Schon beinahe nicht mehr wegzudenken beim Kleinen Fest ist das Scharniertheater aus Hannover, das wieder „Die Drahtwalds“ zeigt.
Irgendwo unterwegs sind eine Eiszwergriesin, Laternenvolk und ein frecher Elefant. Auf den Wegen begegnen den Besuchern eindrucksvolle Figuren, poetische Maskenaktionen und Fabelwesen. Auch Frans, der kleine Clown, der niemals spricht, ist wieder mit seinem großen Koffer unterwegs. Wenn zwei märchenhafte Gestalten wie aus einer anderen Welt auftauchen, die schwebend durch den Garten träumen, dann ist das Kleine Atelier unterwegs. Nicht weit entfernt entführen die „Drachentöchter“ des TraumTanzTheaters die Besucher in eine Traumwelt. Und dann ist das noch die schräge Combo PasParTout: ein betagter Zirkusdirektor und ein halbstarker Dickhäuter. Sie lieben sich innig und zanken sich gerne. Wenn sich dann noch das vorlaute Gemüse im Gepäck des Elefanten einmischt, ist für Zündstoff gesorgt. Bei Einbruch der Dämmerung entzündet das Laternenvolk der TukkersConnexxion. die „Meister des Lichts“ nach eigener Logik die schönsten Lichter, Laternen und Leuchten.
Defilée aller Künstler und königlicher Abschluss
Krönender Abschluss des fast vierstündigen Programms ist traditionsgemäß das Defilée aller Künstler und ein eigens choreographiertes Feuerwerk. Zu später Stunde verabschiedet sich der grüne Festsaal, der Große Garten, mit Illuminationen und Wasserspielen zu Barockmusik. Die Grotte von Niki de Saint Phalle ist von 19.30 bis 21.00 Uhr geöffnet.
Die Abendkasse öffnet jeweils um 18.00 Uhr. Einlass ist ebenfalls ab circa 18.00 Uhr. Ab circa. 18.30 Uhr erwartet das 22. Kleine Fest im Großen Garten seine Gäste mit einem Begrüßungsprogramm. Um 19.00 Uhr beginnt das Programm auf den Bühnen. Für jeden Abend gibt es 200 Eintrittskarten an der Abendkasse, wobei maximal 2 Karten pro Person abgegeben werden. Die Eintrittskarte kostet Euro 24,00, ermäßigt Euro 14,00. Knirpse bis 111 cm haben freien Eintritt.
 
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