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Kasseler Musiktage 2008 mit sämtlichen Beethoven-Sonaten (2008-09-01)

InnenAußenInnen. In doppelter Wirklichkeit lautet das Thema der diesjährigen Kasseler Musiktage, die vom 30.Oktober bis zum 23. November 2008 ihr 75jähriges Jubiläum feiern.

„Die Auswirkungen der Aussenwelt auf die Innenwelt und umgekehrt beschäftigen von jeher den Menschen. In den Künsten macht sich das besonders manifest. Kunst basiert auf Wahrnehmung und Aneignung von etwas, was ,draussen' angesiedelt ist. Wesentlich aber ist sie Umwandlung und Verwandlung in ein anderes Sein; und nicht selten artikulieren Kunst und Musik eine autonome Wirklichkeit des Ästhetischen, die sich den Zusammenhängen mit den ,banalen Lebenswelten' entzieht", leitet Dieter Rexroth, künstlerischer Direktor der Kasseler Musiktage, die Thematik ein.

Das zentrale Projekt der Kasseler Musiktage 2008 ist „Beethoven Aktuell", ein Zyklus der Solo-Klavierwerke von Ludwig van Beethoven mit insgesamt zwölf Konzerten. Sämtliche Sonaten, alle Bagatellenzyklen und die wichtigsten Variationen einschließlich der „Diabelli-Variationen" werden aufgeführt. Zu ihnen gesellen sich zeitgenössische Klavierkompositionen, teilweise in Uraufführung.

Jedes der zwölf Konzerte wird von zwei jungen Pianisten bestritten, die sich am Ende ihrer Lehr- und Ausbildungszeit befinden und für dieses Kasseler Projekt von ihren Lehrern vorgeschlagen worden sind. Es spielen Meisterschüler der Dozenten Homero Francesch (Zürich), Elisso Wirssaladse (München), Klaus Hellwig (Berlin), Volker Banfield (Hamburg), Peter Feuchtwanger (London), Alfredo Perl (Detmold), Matthias Kirschnereit (Rostock), Herbert Seidel (Frankfurt/M), Karl Betz (Würzburg), Bernd Glemser (Würzburg), Peter Rösel (Dresden), und Jean-Efflam Bavouzet (Detmold).

„Mit diesem Projekt möchten wir zeigen, dass die Geltung künstlerischer Arbeiten abhängig davon ist, wie sie tradiert werden und in diesem Zusammenhang spielt die Persönlichkeit des Lehrers eine hochbedeutende Rolle", so Dieter Rexroth.

Das Programm dieser Musiktage ist weit gefächert und konfrontiert mit inhaltlichen und formalen Konstellationen, die das Prinzip aus dem Gegensätzlichen heraus thematisieren:

Das hr-Sinfonieorchester unter Lothar Zagrosek eröffnet die Kasseler Musiktage am 30. Oktober im Staatstheater Kassel mit Wagners Lohengrin-Vorspiel, den Ariosi von Manfred Trojahn und Beethovens 3. Sinfonie „Eroica". Solistinnen sind Christiane Iven (Sopran) und Sabine Meyer (Klarinette).

Zwei weitere sinfonische Konzerte stehen als Kooperation mit dem Staatsorchester Kassel auf dem Programm: Marco Comin dirigiert Werke von Beethoven und GMD Patrik Ringborg leitet Brittens „War Requiem".

Mit Kassandra und Hiob präsentiert das Programm zwei Figuren aus der griechisch-antiken und der altjüdischen Kultur, die Schicksals-Metaphern von höchster existenzieller Bedeutung darstellen: „Kassandra" - ein „Erinnerungsduett für eine Schauspielerin und einen Musiker" - ist eine szenische Produktion in Kooperation mit der Bayerischen Theaterakademie August Everding. „Hiob", als Lesung aus dem gleichnamigen Roman von Joseph Roth mit Musik, verbindet die Erzählung einer Lebensgeschichte mit der Darstellung einer existentiellen Erfahrungswelt, die in der Spannung von Leiden und Hoffen ihre besondere menschliche Dimension erhält.

Unter Bezug auf den Stellenwert in der Historie der „Musiktage" stellt sakrale und religionsbezogene Musik in diesem Jahr einen besonderen Schwerpunkt dar. In Zusammenarbeit mit der Kirchenmusik an St. Martin unter der Leitung von Eckhard Manz werden u.a. Kreneks „Lamentationes" und Beethovens C-Dur-Messe aufgeführt.

Ein weiteres Programmsegment ist Komponisten unserer Zeit gewidmet: Manfred Trojahn, Adriana Hölszky und dem jungen tschechischen Komponisten Miroslav Srnka. Sie stehen für Generationenfolge und unterschiedliche künstlerisch-ästhetische Haltungen. Ihre Interpreten sind u.a. die Mezzosopranistin Dagmar Pecková, das französische Quatuor Diotima, das Klavierquartett Siegfried Mauser und das Vokalensemble , welches außerdem den Bogen von Hildegard von Bingens „Ordo virtutum" über Stockhausens „Stimmung" bis hin zu sechs Uraufführungen von Goethe-Vertonungen schlägt.

 

Quelle bzw. Informationen von:
Kultursommer Nordhessen

 

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