Auf ein rauschendes Branchenfest freuen sich die gut 1.400
Aussteller und 34.000 Besucher, die vom 12. bis 14. November nach
Nürnberg zur BRAU Beviale 2008 reisen. Auf der in diesem Jahr
international bedeutendsten Fachmesse für die Getränkewirtschaft stehen
natürlich Marktorientierung, Neuheiten, Einfluss auf
Produktentwicklungen, eben die Vorbereitung von
Investitions-entscheidungen in den Angebotssegmenten
Getränke-Rohstoffe, Technologien, Logistik und Marketing im
Mittelpunkt. Doch nutzt die „BRAU Beviale-Community" ihren herbstlichen
Branchentreff gern auch als gesellschaftliches Ereignis, nimmt sich
Zeit füreinander, für ein gutes Gespräch, um Kontakte lebendig zu
halten, zu feiern, Erfahrungen auszutauschen und über den eigenen
Tellerrand hinaus zu schauen.
Sonderschauen wie in diesem Jahr zu den Schwerpunkten Energie und
Informationstechnologie, die Verleihung des begehrten European Beer
Star Awards oder der turbulente BRAU Beviale Abend sind bereits
beliebte Kommunikationspunkte.
Deutscher Verpackungspreis erstmals auf der BRAU Beviale
Neu
auf der BRAU Beviale, nicht aber im Messezentrum Nürnberg, ist der
Deutsche Verpackungspreis. Insider bewundern die innovativen,
originellen oder genialen Exponate des international ausgeschriebenen
Deutschen Verpackungspreises seit Jahren auf der FachPack, Fachmesse
für Verpackungslösungen. Die FachPack pausiert 2008 turnusgemäß, aber
der Deutsche Verpackungspreis bleibt in Nürnberg! Das Deutsche
Verpackungsinstitut (dvi) entschied, die erfolgreiche Partnerschaft mit
der NürnbergMesse auch in den FachPack-freien Jahren fortzusetzen. Und
dies aus gutem Grund: Optimierung von Getränkeverpackungen ist seit
jeher wichtiges Thema der Entwicklungs- und Designspezialisten, die
ihre Ideen zum Deutschen Verpackungspreis einreichen. Über 300
Bewerbungen zählte der Deutsche Verpackungspreis im Jahr 2007, darunter
ein 10-Liter-Bier-Keg mit patentiertem Drucksystem, das lang anhaltende
Frische garantiert, Smoothie-Glasflaschen in bestechend klarer,
einfacher Form, überraschend weiche Getränkedosen, die sich eher wie
Beutel anfühlten oder stapelbare PET-Flaschen. 21 durften sich
letztlich über die begehrte Trophäe freuen. Die feierliche Verleihung
des Deutschen Verpackungspreises 2008 findet am ersten Messetag der
BRAU Beviale, also am Mittwoch, 12. November, um 16 Uhr, im CCN Ost,
Raum St. Petersburg, statt. Die dvi-Sonderschauen „Deutscher
Verpackungspreis 2008" und „PackVision" laden in Halle 4A zum Besuch.
Getränkemärkte: Europa nimmt Einfluss auf internationale Standards
Soll
einer aus den Europäern schlau werden. Oder aus ihren Statistiken.
Untersuchungen zufolge sank 2007 das Vertrauen der EU-Bürger in ihre
Institutionen deutlich. Andererseits war die Unterstützung der Bürger
für die EU-Mitgliedschaft innerhalb der vergangenen zehn Jahre noch nie
so hoch. Immerhin 58 % der Europäer befürworten eine EU-Mitgliedschaft
(Standard Eurobarometer 68, 18. Dezember 2007). Sicher kann man die
Aussage-kraft von Umfragen anzweifeln, die eine höchst komplexe
Lebens-wirklichkeit von 497 Mio. Menschen in 27 Staaten darzustellen
versuchen. Inzwischen kommen etwa 70 % aller Gesetze der
EU-Mitgliedsländer aus Brüssel. Ob Arbeits- oder Aktienrecht,
Patentrecht, oder Publizitäts-pflichten, Lebensmittel- oder
Umweltgesetze: Der Regelungseifer lässt kaum einen Bereich aus. Die
Quantität der Gesetzesvorhaben übertrifft andere Regionen der Welt bei
weitem. So mussten die neuen Beitrittsländer 80.000 Seiten
Gesetzestexte national umsetzen.
Oft sind es diese nationalen
Auslegungen, die zu Komplikationen führen: Beispiel
Lebensmittelindustrie und die Verwendung von Pflanzenextrakten.
Ginseng- und Ginkgoextrakte stehen bei Verbrauchern wegen ihrer
gesundheitsförderlichen Wirkung hoch im Kurs. Doch wie deklariert man
nun Lebensmittel, die mit diesen Extrakten versetzt wurden? Handelt es
sich dabei noch um Lebens- oder schon um Arzneimittel? Während die
deutschen Behörden sie gerne den Arzneimitteln zurechnen würden, haben
Briten kein Problem damit, die gleichen Produkte als Lebensmittel zu
deklarieren.
Komplizierter und unverständlicher ist die Lage
bei Aromen, die sich häufig aus verschiedenen Bauteilen zusammensetzen.
Davon können die Hersteller von Getränken ein Lied singen. Was sie
besonders interessiert, ist die Klassifizierung eines bestimmten Aromas
als „natürlich", „naturidentisch" oder „künstlich". Innerhalb der EU
kann die Klassifizierung aufgrund nationaler Auslegungen differieren.
Im schlimmsten Fall gilt ein Aroma in einem Land als „natürlich" und in
einem anderen als „künstlich". Das kann dazu führen, dass
Markenprodukte von Land zu Land unterschiedlich hergestellt werden
müssen und logischerweise dann auch von Land zu Land unterschiedlich
schmecken, wenn der Markenartikler den Hinweis „künstlich" auf dem
Etikett vermeiden möchte.
Auch im Angebotssegment Rohstoffe
sind die Weltmarktführer auf der BRAU Beviale 2008 präsent. Das gilt
für die Malz- und Bier-herstellung wie für die Produktion alkoholfreier
Getränke. Horst Bussien, Managing Director Rudolf Wild GmbH & Co. KG: „Die
BRAU Beviale hat seit über 30 Jahren, damals noch in der
Meistersingerhalle (!), einen festen Platz in unserem Messekalender.
Der Nürnberger Branchentreff ist für uns wichtig und unverzichtbar,
weil wir unsere Innovationen genau zum richtigen Zeitpunkt der gesamten
Getränkebranche, Brauern, Brunnenbetrieben, Herstellern von Softdrinks,
Süßmost, ja sogar den Molkerei-Kunden, präsentieren können."
Um
einen Eindruck über die verwirrende Lage zu vermitteln: Gesetzt den
Fall, in Deutschland gilt eine der aromatisierenden Zutaten als
Zusatzstoff, dann könnte man das Aroma immer noch als „natürlich"
bezeichnen, wenn alle weiteren Bestandteile „natürlich" wären. Wenn
dagegen in Großbritannien der Zusatzstoff nicht als „Zusatzstoff"
klassifiziert wird, sondern als „aromatisierender Bestandteil", dann
müsste dort auf der Deklaration „künstlich" stehen. Zieht man noch
Italien hinzu, das für diesen Stoff eventuell eine
Höchstmengenbegrenzung hat, die in anderen Mitgliedsstaaten nicht
existiert, wäre bei einer Überschreitung des Limits das Aroma in
Italien in dieser Form verboten. Seit 1989 kämpfen die Hersteller von
Getränken mit derart paradoxen Zuständen. Verständlich, dass sie alle
auf die laufenden Harmonisierungsverhandlungen setzen. Denn erst ein
wirklich EU-weites Gesetz kann klarere Verhältnisse schaffen.
Stolz auf das in Europa Erreichte
Bei
allen Schwierigkeiten, mit denen auch die Getränkewirtschaft in der EU
kämpft, ist es wichtig, wenn Politiker wie der slowenische
Ministerpräsident Janez Janša mit Nachdruck auf das Erreichte
hinweisen. Für Slowenien ist die Ratspräsidentschaft in der ersten
Hälfte 2008 ein historischer Moment. Slowenien ist der erste der neuen
Mitgliedstaaten, der erste Mitgliedstaat der früheren Staaten hinter
dem Eisernen Vorhang und der erste slawische Staat, der den
Europäischen Rat leitet. Der wirtschaftliche Fortschritt der
EU-Mitgliedsstaaten und die Etablierung des Binnenmarktes seien
ermutigend, so Janša. Durch die Erweiterung hat das Wachstum in Europa
an Dynamik gewonnen. Europa legte 2006 mit 3,5 Mio. neuen
Arbeitsplätzen eine beeindruckende Wachstums- und Beschäftigungsbilanz
vor. Zum ersten Mal seit zehn Jahren stieg mit der Zahl der
Arbeitsplätze auch die Produktivität. Der Handel innerhalb der EU wuchs
seit 1992 um 30 %. Die Beseitigung bürokratischer Vorgänge an den
Grenzen reduzierte Lieferzeiten und Kosten. Vor dem Abbau der Grenzen
machte allein das Besteuerungssystem pro Jahr 60 Mio.
Zollabfertigungspapiere erforderlich! Der Binnenmarkt macht Europa
außerdem zum attraktiven Standort für Investoren, was die deutlich
gestiegenen Zuflüsse ausländischer Direktinvestitionen in die EU
beweisen. Dies erhöht Europas Einfluss auf die Festlegung
internationaler Regeln und Normen. Und auch außerhalb der EU-Grenzen
tat sich einiges: Bezogen auf Märkte außerhalb der EU waren die 25
EU-Mitgliedsstaaten 2004 mit gut 19 % Weltmarktanteil größter
Exporteur, gefolgt von den USA (14 %), China und Japan (9 %) sowie
Kanada (5 %), so die europäische Statistikbehörde Eurostat.
Der
europäische Markt ist deutlich attraktiver geworden - auch für
Unternehmen der Getränkeindustrie und ihre Zulieferer. Die BRAU Beviale
spiegelt das u. a. in zunehmender Internationalität auf Aussteller- und
Besucherseite wider. Prozentual wie absolut stieg 2007 der Anteil
internationaler Gäste. 28 % der gut 34.000 Fachbesucher reisten vor
allem aus Österreich, der Schweiz, Belgien, Russland, den Niederlanden,
der Tschechischen Republik, Frankreich, Großbritannien, Italien sowie
weiteren Wachstumsmärkten Mittelost- und Osteuropas an, um sich bei
mehr als 1.400 Ausstellern, fast 40 % international, über
Getränke-Rohstoffe, Technologien, Logistik und Marketing zu
informieren.